Sleeping Beauty

Sleepin beautyNach dem enormen Erfolg den „Cinderella“ 1950 erzielt hatte, entschloss sich Walt Disney ein weiteres Märchen von Charles Perrault zu verfilmen: „Dornröschen“.
Man wollte sich dabei vom klassischen Zeichenstil des Studios entfernen und entwickelte einen relativ grafischen Look, der stark an die Gotik des Spätmittelalters erinnerte. Die Musik stammte indess von keinem geringeren als Peter Tschaikovski.

Uraufführung: 29.1.1959
Regie: Clyde Geronimi, Les Clark, Eric Larson, Wolfgang Reitherman
Sprecher: Mary Costa, Eleanor Audley, Verna Felton, Bill Shirley, u.a…

Story:
Nach langem Warten wird König Stefan (Stimme: Taylor Holmes) und Königin Leah (Verna Felton) endlich ein Kind geschenkt: das Mädchen Aurora (Mary Costa).
Das Glück scheint perfekt; doch am Tag ihrer Geburt taucht die böse Fee Maleficent (Eleanor Audley) auf, und verwünscht das Kind: An seinem 16 Geburtstag soll es sich an einer Spindel stechen und sterben.

Der wohl bekannteste Kuss der Disney-Historie

Der wohl bekannteste Kuss der Disney-Historie

Die drei guten Feen Fauna (Jo Allen), Merryweather (Barbara Luddy) und Flora (Verna Felton) können den Fluch zwar abschwächen, jedoch nicht gänzlich ungeschehen machen.
Zu ihrem Schutz nehmen sie Aurora unter ihrer Obhut in ein kleines, abgeschiedenes Waldhaus.
Doch die teuflische Maleficent hat ihre Späher überall…

Blaupause für Angelina Jolie...

Blaupause für Angelina Jolie…

Trivia:
1951 etschloss sich Walt Disney die Geschichte von „Dornröschen“ zu verfilmen.
Der Storyboardzeichner John Hench („Cinderella“) fertigte erste Entwürfe an.
Als Disney jedoch Zeichnungen des Malers Eyvind Earle („Peter Pan“) sah, übertrug er ihm die künstlerische Gesamtleitung.
Dieser entwickelte daraufhin einen Stil, der sich stark an den Stilelementen der Gotik orientierte; unter anderem am legendären Stundenbuch des Herzogs von Berry.

Background-Maler Eyvind Earle bei der Arbeit

Background-Maler Eyvind Earle bei der Arbeit

Dem Italiener Clyde Geronimi („Peter Pan“) und den drei Vertreter der „Nine Old Men’s“, Les Clark („Lady and the Tramp“), Eric Larson („The Great Mouse Detective“) und dem Deutschen Wolfgang Reitherman („The Jungle Book“) wurde die Regie übertragen.

Die Opernsängerin und Schauspielerin Mary Costa („The Great Waltz“) lieh Prinzessin Aurora ihre Stimme, Eleanor Audley, die bereits die böse Stiefmutter aus „Cinderella“ sprach, intonierte hier Maleficent.

Barbara Jo Allen („The Sword in the Stone“), Barbara Luddy („One Hundred and One Dalmatians“) und Disney-Legende Verna Felton („Alice In Wonderland“) sprachen die drei Feen Fauna, Merryweather und Flora, während Bill Shirley („My Fair Lady“) Prinz Phillip synchronisierte.

Die beiden Könige Hubert und Stefan wurden von Bill Thompson („Peter Pan“) und Taylor Holmes („Gentlemen Prefer Blondes“) gesprochen.
Für Holmes war es die letzte Rolle seiner Karriere.

Der Sountrack indess, für den sich George Bruns („The Jungle Book“) verantwortlich zeigte, basierte auf dem  1890 uraufgeführten Ballet „Dornröschen“ des russischen Komponisten Peter Tschaikowski.
1959 wurde die Filmmusik für einen Oscar nominiert.
Der Film kostete fast 8 Mio. US-Dollar, brachte jedoch nur etwa die Hälfte wieder ein.
Dennoch belegte der Film hinter „Ben Hur“ Platz zwei der erfolgreichsten Filme des Jahres 1959.

Fazit:
Die 50er endeten bei Disney ebenso wie sie begannen; mit einem Märchen von Charles Perrault; und ebenso wie „Cinderella“ zählt „Sleeping Beauty“ zu den Höhepunkten des Studios.

Der Film ist stiltechnisch von Anfang bis Ende durchkonzipiert, und wenn der grafisch, mittelalterliche Stil sich visuell von früheren Werken unterscheidet, so vereint er doch die grossartigen Bildkompositionen und Background-Arbeit der frühen Filme, mit dem äusserst lebendigen Animationsstil und ansprechenden Figurendesign den sich die Zeichner über die Jahre angeeignet hatten.

Nebst der visuellen Kraft die der Film birgt, kann auch das Storytelling überzeugen.
Mit einer geradlinigen Erzählstruktur schreitet der Film voran, bietet dabei aber immer wieder genug Platz für kleinere, witzige Nebenhandlungen wie etwa die drei Feen, oder das Trinkgelage der beiden Könige.
Zudem ist der Film erwachsener und reifer als etwa noch ein „Snow White And The Seven Dwarfes“, was sich gerade in den Liebesszenen äussert.
Erstmals herrscht hier so etwas wie Gegenseitigkeit, und der Prinz hat hier einen wesentlich grösseren Stellenwert als seine Vorgänger in „Snow White“ und „Cinderella“.

Reife zeigt der Film auch bei den düsteren Szenen.
Maleficent ist eine der besten Disney-Schurkinen überhaupt, und der Schlussfight zählt zu den besten Action-Szenen in einem Disneyfilm.

Viel zum diabolischen Charisma der Figur trägt Eleanor Audley bei, und dies obschon sie praktisch nur Monologe zu führen hat.
War sie bereits als Stiefmutter in „Cinderella“ furchteinflössend, so gibt sie hier stimmtechnisch Alles in die Figur, und erzeugt so eine diabolische Tiefe.
Auch die restlichen Figuren sind optimal besetzt, und man merkt gerade Mary Costa an, dass sie eine perfekt ausgebildete Stimme besitzt.

Die Musik ist ohnehin grossartig, und trägt den Film und dessen Handlung mit.
Man kann sagen was man will, gegen die klassische Musik eines Tschaikowski ist kein Kraut gewachsen.
George Bruns adaptiert diesen perfekt und fügt ihm Songs hinzu, die sich dem Stil nahtlos anpassen.

„Sleeping Beauty“ ist eine visuelle Augenweide und jedes Frame in diesem Film ist schlicht perfekt.
Hinzu kommt eine wunderbarer Erzählstil, tolle Musik und eine der besten, weil diabolischsten Bösewichtinnen Disney’s.
Der Film gehört für mich bis heute zu den besten Disneyfilmen.

5 von 5 Dornenranken

m5

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