JFK

jfk_xlgLetzten Freitag jährte sich bekanntlich das Attentat auf den damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy zum 50. Mal.
Grund genug für mich, mir diese Tage mal wieder Oliver Stone’s preisgekröntes, starbesetztes und grösstenteils auf historischen Fakten beruhende, Politdrama „JFK“ anzusehen, in welchem Kevin Costner den Staatsanwalt Jim Garrison verkörperte.
Dieser rollte den, offiziell abgeschlossenen Mordfall neu auf, und förderte eine Verschwörung zu Tage.
Hier folgt nun meine Review zu dem Film.

Uraufführung: 20.12.1991
Regie: Oliver Stone
Darsteller: Kevin Costner, Tommy Lee Jones, Gary Oldman, Sissy Spacek, u.a…

Story:
Am 22. November wird der amtierende US-Präsident John F. Kennedy in Dallas erschossen.
Schnell wird Harvey Lee Oswald (Gary Oldman) als Täter ausgemacht, jedoch binnen kurzer Zeit selbst Opfer eines Attentats.

They just killed the President...

They just killed the President…

Für die Behörden ist der Fall damit abgeschlossen, – nicht so Staatsanwalt für Jim Garrison (Kevin Costner).
Er beginnt das Ganze neu aufzurollen und stösst dabei auf jede Menge Unstimmigkeiten.
Bald steht für ihn fest; dem Attentat ging eine Verschwörung voraus, die bis in die höchsten Politkreise des Landes reicht.

"I did it!"

„I did it!“

Trivia:
Ende der 80er Jahre wurde Regisseur Oliver Stone („Nixon“) auf das autobiographische Buch „On The Trail Of The Assassins“ von Jim Garrison aufmerksam.
Gemeinsam mit dem Journalisten Zachary Sklar, der bereits Garrison unterstützt hatte, und unter zusätzlicher Verwendung des Buches „Crossfire: The Plot That Killed Kennedy“ des Verschwörungstheoretikers Jim Marrs, schrieb Stone ein Drehbuch.

Regisseur Stone und Hauptdarsteller Costner (v.r.n.l.)

Regisseur Stone und Hauptdarsteller Costner (v.r.n.l.)

Für die Hauptrolle des Staatanwaltes Jim Garrison waren Mel Gibson und Harrison Ford im Gespräch ehe Kevin Costner („Man Of Steel“) den Part übernahm.
Der Brite Gary Oldman („The Dark Knight“) spielte Lee Harvey Oswald, Tommy Lee Jones („Man In Black“) den Geschäftsmann Clay Shaw und Joe Pesci („Goodfellas“) den Anti-Kommunisten David Ferrie.
Für letztgenannte Rolle war zunächst James Woods vorgesehen.

Kevin Bacon („Apollo 13“) und der Kanadier Donald Sutherland („The Hunger Games: Catching Fire“) verkörperten die beiden Informanten Willie O’Keefe und Mr.X.

Das Duo Jack Lemmon und Walter Matthau (beide „The Odd Couple“) spielten den Informanten Jack Martin und den US-Senator Long, indess der kubanische Italowestern-Star Tomás Milián („La Resa Dei Conti“) Garisson’s Kollege Leopoldo verkörperte.
Weitere Mitglieder aus seinem Team wurden von Jay O. Sanders („The Day After Tomorrow“), Laurie Metcalf („Internal Affairs“), Michael Rooker („Cliffhanger“) und Wayne Knight („Jurassic Park“) dargestellt, seine Frau Liz von Sissy Spacek („Nashvill Lady“).

Vincent D’Onofrio („Escape Plan“) und Pruitt Taylor Vince („Constantine“) verkörperten die beiden Zeugen Bill Newman und Lee Bowers, während Edward Asner („Up“) den FBI-Ermittler Guy Bannister spielte.
Der echte Jim Garrison spielte den US-Oberrichter Earl Warren und Martin Sheen („Apocalypse Now“) fungierte als Erzäler der Eröffnungsszene.

Robert Richardson („Django Unchained“) führte die Kamera; geschnitten wurde der Film von Joe Hutshing („Born On The Fourth Of July „) und Ridley Scott’s lngjährigem Cutter, Pietro Scalia („Black Hawk Down“).
Die Filmmusik wurde von John Williams („Lincoln“) geschrieben.

Sowohl für die Kamera- als auch die Schnittarbeit erhielt der Film 1992 je einen Oscar, weitere Nominierungen (insgesamt 8) erhielt der Film unter anderem in der Kategorie Regie und Bester Film, sowie für Nebendarsteller Tommy Lee Jones.
Oliver Stone gewann zusätzlich den Golden Globe für die beste Filmregie.

Fazit:
Das Attentat von Dallas gehört zu den einschneidendsten Ereignisen der amerikanischen Geschichte und liefert bis heute Stoff für Unzählige Verschwörungstheorien.
Jim Garrison war einer der ersten, der Fragen zu der offiziellen Version stellte und d eie These eines grossangelegten Coup zur Sprache brachte.

Oliver Stone erkannte das filmische Potential, welches in dem Stoff steckte, und verarbeitete ihn zu einem inhaltlich spannenden und technisch gut gemachtem Politthriller.
Wie einst Akira Kurosawa in „Rushamon“ wirft Stone mehrere mögliche Lösungen auf, ohne sich auf eine festzulegen.
Ständig kommen so neue Fakten und Thesen zu Tage und man fühlt sich als Zuschauer fast so nahe am Geschehen, wie Jim Garrison selbst.
Leider ist Stone’s Film alles andere als frei von Pathos und insbesonders das letzten Drittel, in welchem Garrison in einem fillibustermässigem Endlosmonolog seine Standpunkte darlegt, ist stark nach amerikanischem Strikmuster geschustert.

Abgesehen davon, bietet „JFK“ einen spannenden Geschichtsexkurs, nicht zuletzt dank Stone’s Entscheid, Echtaufnahmen in das Filmmaterial zu integrieren und Schlüsselerreignisse nachzustellen.
Robert Richardson inszeniert stimmige Bilder, und der Cast der sich vor seiner Kamera einfindet ist erste Güteklasse.

Der, sich zu dieser Zeit voll im Saft befindliche, Kevin Costner spielt äusserst überzeugend, ebenso Gary Oldman der Harvey Lee Oswald ein Gesicht gibt und der aalglatt agierende Tommy Lee Jones.
Aber auch kleinere Rollen, wie etwa jene des, von Donald Sutherland verkörperten, Mister X, sind perfekt besetzt.

Oliver Stone widmet sich mit „JFK“ mal wieder einem Stoff der amerikanischen Geschichte, und erstmals geht es hier (wenn auch nur indirekt) um einen US-Präsidenten.
Der Film überzeugt sowohl inhaltlich, wie auch von der Machart her und wartet mit tollen Darstellern auf.
Leider ist der Film nicht von pathetischem Gehabe à la USA gefeit, was das Gesamtbild ein Stück weit trübt.

4 von 5 Schüssen auf den Präsidenten

4

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