One Hundred And One Dalmatians

101„Sleeping Beauty“ gehörte zwar zu den erfolgreichsten Filmen des Jahres 1959, dennoch war seine Herstellung extrem kostspielig.
Walt Disney veranlagte daraufhin den nächsten Film, „One Hundred And One Dalmatians“ möglichst kostengünstig zu produzieren.
Dank der Entwicklung des Xerox-Kopierverfahrens, wurden die Zeichenprozesse vereinfacht und automatisiert.
Der Film kann daher als erster Schritt auf dem Weg zur Computeranimatin gesehen werden.

Uraufführung: 25.1.1961
Regie: Clyde Geronimi, Hamilton Luske, Wolfgang Reitherman
Sprecher: Rod Taylor, Cate Bauer, Betty Lou Gerson, Frederick Worlock, u.a…

Story:
Nachdem sie sich das erste Mal gesehen haben, ist es um die beiden Dalmatiner Pongo (Stimme: Rod Taylor) und Perdita (Cate Bauer) geschehen.
Nachdem sich auch noch ihre beiden Besitzer, Roger (Ben Wright) und Anita (Lisa Davis) ineinander verlieben, und es kurz darauf Dalmatinernachwuchs gibt, scheint das Glück perfekt.

TV-Junkies

TV-Junkies

Doch die modeverrückte Cruella De Vil (Betty Lou Gerson) will um allen Preis in den Besitz der 15 Welpen kommen – um sich daraus einen neuen Pelz nähen zu lassen.
Als Anita und Roger einen Verkauf auschlagen, entführt sie die kleinen Hunde kurzerhand…

De Vil wears Prada

De Vil wears Prada

Trivia:
Auf Basis des, 1956 erschienenen Kinderbuches „The Hundred and One Dalmatians“ von Dodie Smith, beauftragte Walt Disney Ende der 50er Drehbuchautor Bill Peet („Cinderella“) eine Filmstory zu schreiben.
Während Wolfgang Reitherman („The Jungle Book“) sowie Clyde Geronimi und Hamilton Luske, die bereits „Lady And The Tramp“ realisierten, als Regisseure fungierten, wurde Ken Anderson („The Sword In The Stone“) die künstlerische Gesamtleitung übertragen.

Der Film sollte wesentlich kostengünstiger produziert werden als sein Vorgänger „Sleeping Beauty“, der fast 8 Millionen $ kostete.
Disney’s Weggefährte Ub Iwerks („Steamboat Willie“) entwickelte daher den Xerox-Kopieraparat, dank welchem die Einzelbilder automatisch dupliziert werden konnten.
Dadurch konnte nicht nur die Anzahl der Animatoren von 500 auf knapp 100 reduziert werden, auch konnte man mit dieser Technik wesentlich zeitsparender produzieren.

Ub Iwerks (l.) am Xerox-Kopiergerät

Ub Iwerks (l.) am Xerox-Kopiergerät

Der Australier Rod Taylor („Inglourious Basterds“) und die Fernsehschauspielerin Cate Bauer („The Third Man“ TV) sprachen Pongo und Perdita.
Ben Wright („The Sound of Music“) und Lisa Davis („Alice In Wonderland“), intonierten die Rollen von Roger und Anita Radcliffe.
Davis wurde zunächst als Cruella De Vil gecastet, als sie den Part jedoch als zu düster befand, übernahm Betty Lou Gerson („Cinderella“) die Rolle.
Frederick Worlock („Spartacus“) und J. Pat O’Malley („Alice in Wonderland“) gaben ihre beiden Helfer, Horace und Jasper.

Martha Wentworth („The Sword in the Stone“) lieh der Nanny ihre Stimme, als Hundejunge waren unter anderem die Kinderdarstellerin Mimi Gibson („The Children’s Hour“) und Tom Conway („Peter Pan“) zu hören.
Stimmkünstler und Tierimitator Clarence Nash („The Three Caballeros“), die Stimme von Donald Duck, durfte das Bellen der Hunde von sich geben.

George Bruns („Sleeping Beauty“) und der Jazz-Komponist Mel Leven („Babes In Toyland“) schrieben den Soundtrack und die Lieder des Filmes.
Obschon die beiden dutzende Songs komponierte, schafften es schlussendlich nur drei in den Film.

Obschon Walt Disney selber den Film aufgrund seines zeichnerischen Stils wegen nicht sonders mochte, war der Film 1961 der erfolgreichste Streifen an den US-Kinokassen; gewann im selben Jahr den BAFTA für den besten Animationsfilm, und erhielt 1996 gar ein Live-Action-Remake.

Fazit:
Der erste Film der 60er läutete eine neue Ära des Zeichentrickfilmes ein, in der man sich von Handarbeit zu Automatik hin bewegte.
Der Stil ist wesentlich simpler und graphischer als noch beim kunstvollen „Sleeping Beauty“, dennoch ist der typische Disney-Style hier ganz klar erkennbar.

Dies äussert sich insbesonders am Charakter- und Figurendesign, welches sehr gelungen ist.
Synchrontechnisch wurde mal wieder grosse Arbeit geleistet, und die Stimmen und Zeichnungen passen perfekt zueinander.
Insbesonders Betty Lou Gerson als durchgeknallte Cruella De Vil gefällt ganz gut.

Inhaltlich bietet man eine höchst ansprechende, rasant erzählte Geschichte, die relativ modern daherkommt; dies nicht zuletzt aufgrund toller Einfälle wie beispielsweise der Hunde-Geheimdienst, der nicht von ungefähr an alte englische Kriegs- und Spionagefilme erinnert.
Hinzu kommt jede Menge Slapstik und eine Handvoll witzige Charaktere.

Der jazzig- leichte Soundtrack passt gut zum Film und der „Cruella De Vil“-Song gehört zu den witzigsten Disneyliedern.
Das nahezu komplette Fehlen weiterer Lieder fällt ob dem atemlosen Tempo, dass der Film an den Tag legt, gar nicht weiter ins Auge.

Wenngleich auch „One Hundred And One Dalmatians“ nie an die künstlerische Qualität seines direkten Vorgängers „Sleeping Beauty“ heranreicht, so kann der Film doch überzeugen; mit seiner zeitgemässen spannenden Story, viel Witz und lustigen Charakteren.

4 von 5 schwarzen Punkten

m4

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