The Aristocats

aristocats„The Aristocats“, der bereits 20. abendfüllende Disney-Film, war der erste, der nach Walt Disney’s Tod, 1966, entstand.
Man blieb dem Geiste des Gründervaters jedoch treu, und ein Grossteil der Crew, aber auch zahlreiche Sprecher die am Film mitwirkten, gehörten zum Stamm des Studios.
Auch wenn der Film gut aufgenommen wurde, stand der Film am Anfang einer Phase, in der es fast zwei Jahrzehnte dauerte bis man wieder an die Erfolge der „Walt Disney“-Ära anknüpfen konnte.

Uraufführung: 9.12.1970
Regie: Wolfgang Reitherman
Sprecher: Eva Gabor, Phil Harris, Hermione Baddeley, Roddy Maude-Roxby, u.a…

Story:
Die Katzendame Duchess (Stimme: Eva Gabor) und ihre drei Jungen leben ein luxeriöses Leben in einer noblen Pariser Villa.
Als ihre Besitzerin, die ehemalige Operndiva Madame Adelaide (Hermione Baddeley), beschliesst ihnen ihr ganzes Vermögen zu vermachen, passt dies dem Butler Edgar (Roddy Maude-Roxby) gar nicht in den Kram.

Moonlight...

Moonlight…

Kurzerhand entführt er die vier Katzen, und lädt sie weit ausserhalb von Paris auf einem verlassenen Feld ab.
Hier sind die Stubentiger nun völlig auf sich alleine gestellt.
Glücklicherweise taucht da der charmante Strassenstreuner Thomas O’Malley (Phil Harris) auf…

Katzendieb

Katzendieb

Trivia:
Basierend auf der gleichnamigen Geschichte von Tom McGowan und Tom Rowe, entwickelte man bei Disney unter der Ägide von Drehbuchautor Larry Clemmons („The Hound And The Fox“) und der Animatoren Ken Anderson („One Hundred And One Dalmatians „) und Frank Thomas („Lady and the Tramp“), ein Drehbuch.

Walt Disney selbst, bereits von schwerer Krankheit gezeichnet, gab noch grünes Licht für die Produktion, verstarb jedoch 1966 in einem frühen Produktionsstadium.
Somit nahm Wolfgang Reitherman („The Sword In The Stone“) die Zügel in die Hand, und wirkte erstmals nicht nur als Regisseur, sondern gleich noch als Produzent mit.

Die Ungarischstämmige Eva Gabor („The Rescuers“) lieh der Katzendame Duchess die Stimme, Gary Dubin („Jaws 2“), Musicalsängerin Liz English („House Of The Long Shadows“) und Dean Clark sprachen ihre Jungen, Toulouse, Marie und Berlioz.
Jazzsänger Phil Harris der in „The Jungle Book“ noch Baloo intonierte, sprach hier den Streuner Thomas O’Malley.
Weitere Musiker wie etwa Jazzer Scatman Crothers („The Shining“) der englische DJ Lord Tim Hudson („The Jungle Book“), oder aber der Comedian Paul Winchell („The Fox And The Hound“) liehen anderen Strassenkatzen ihre Stimmen.

Hermione Baddeley („Mary Poppins“) synchronisierte Madame Adelaide Bonfamille, die Besitzerin der Katzen, indess Roddy Maude-Roxby („White Hunter Black Heart“) den Butler Edgar; und Frank Capra’s Stammschauspieler Charles Lane („Mr. Smith Goes To Washington“) die Rolle ihres Anwalts sprach.
Die Disney-Legenden Sterling Holloway („Dumbo“) und Bill Thompson („Peter Pan“) schliesslich, sprachen die Maus Roquefort und den Gänserich Walo.
Für Thompson war es die letzte Rolle seiner Karriere.

Regisseur Wolfgang Reitherman und Maurice Chevalier

Regisseur Wolfgang Reitherman und Sänger Maurice Chevalier (v.l.n.r.)

Die Filmmusik komponierte erneut George Bruns („The Jungle Book“), Richard und Robert B. Sherman („Mary Poppins“) schrieben einen Grossteil der Songs.
Floyd Huddleston („Robin Hood“), Al Rinker („The King of Jazz“) und Terry Gilkyson („The Jungle Book“) verfassten weitere Lieder.
Der Französische Chansonier Maurice Chevalier („Gigi“) sang den Titelsong.

Fazit:
Nachdem man bereits mehrfach Hunde als Protagonisten in Disneyfilmen gesehen hatte, widmete man sich mit „The Aristocats“ erstmals den Katzen.
Der Film erinnert in seinen Grundzügen, aber auch optisch, stellenweise recht stark an „One Hundret And One Dalmatians“.
Beides sind leichte Filme, beiden liegt ein eher simplerer Zeichnungsstil zugrunde, und in beiden Filmen überwiegt hauptsächlich Figurendesign und -Animation.

Denn, wie die meisten Disney-Filme der Xerographen-Ära kommt man auch hier nicht an die künstlerische Klasse früherer Werke an.
Trotzdem  holt der Film mit den zahlreichen Slapstick-Momenten, die insbesonders den Animatoren eine Chance bieten ihr Talent zur Schau zu stellen, viel heraus.

Was bei Aristocats jedoch ganz besonders gefällt ist der Soundtrack.
War bereits „The Jungle Book“ extrem jazzlastig, so gelingt den Verantwortlichen hier das schier unmögliche, nämlich im Vergleich mit dem Vorgänger nochmals einen Zacken zuzulegen.
So sind nicht nur die Songs, die ganz auf Phil Harris zugeschnittten sind, extrem swingig, auch beim Score lässt sich „Firehouse Five Plus Two“-Mitglied George Bruns nicht lumpen, und präsentiert ein mitreissender, fetzigen Soundtrack, der stark an den Easy Listening-Sound eines Henry Mancini erinnert.

„The Aristocats“ kommt zwar stilistisch nicht an die früheren Meisterwerke des Studios ran; wird ein inhaltlich stimmiger, kleiner, feiner und leichter Film präsentiert, der diese Lässigkeit auch gut rüberbringt, und der mit seinem jazzigem Soundtrack und den tollen Songs punkten kann.

4 von 5 aristokratischen Stubentigern

m4

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