The Rescuers

the-rescuers„The Rescuers“, der letzte Disney-Zeichentrickfilm der 70er markierte einen Wechsel innerhalb des Studios.
Ein Grossteil der Animatoren-Crew „The Nine Old Man“, die seit Anbeginn des Studios praktisch an jedem Film mitwirkten, verliessen dasselbige altershalber; eine neue Generation von Zeichnern übernahm das Ruder.
Der Film sollte allerdings bis in die 90er der letzte finanzielle Erfolg von Disney darstellen.

Uraufführung: 22.6.1977
Regie: Wolfgang Reitherman, John Lounsbery, Art Stevens
Sprecher: Bob Newhart, Eva Gabor, Michelle Stacy, Geraldine Page, u.a…

Story:
Eine Flaschenpost erreicht die internationale Mäusepolizei in New York.
Das Mädchen Penny (Stimme: Michelle Stacy) bittet darin um Hilfe; wird es doch von der bösen Medusa (Geraldine Page) gefangengehalten, und soll dieser einen geheimmnisvollen Edelstein finden.

Der Prototyp des Airbus A380

Der Prototyp des Airbus A380

Die Mäusin Miss Bianca (Eva Gabor) wird ausgesandt, das Mädchen zu retten.
Zu ihrer Unterstützung begleitet sie der Hausmeister Bernard (Bob Newhart), der sich jedoch vor der Zahl 13, vor Flügen, und vor Abenteuern im Allgemeinen fürchtet.

Boogie mum

Boogie mum

Trivia:
„The Rescuers“ basiert lose auf den Büchern von Margery Sharp.
Wolfgang Reitherman („The Jungle Book“) führte gemeinsam mit John Lounsbery („Fantasia“) und Art Stevens („The Fox and the Hound“) Regie.
Und mit Walt Disney’s Schwiegersohn Ron Miller („Tron“) wurde der Film erstmals wieder von einem Mitglied der Disneyfamilie produziert.

Co-Regisseur Art Stevens

Co-Regisseur Art Stevens

Der Film markierte zudem einen Generationenwechsel innerhalb des Studios.
Für diverse der – „Nine Old Men“ genannten – Animatoren, die seit „Snow White“ zum Stamm des Studios gehörten; darunter Milt Kahl, Ollie Johnston und Frank Thomas, war es der letzte Film; für Zeichner wie Don Bluth („An American Tail“) und Ron Clements („Aladdin“) stellte er das Debut dar.
Dank eines verbesserten Xenox-Kopierverfahrens konnten zudem in der Animation erstmals „weichere“ Konturen bei den Figuren erzeugt werden.

Der Komiker Bob Newhart („Elf“) lieh Bernard seine Stimme, Eva Gabor („The Aristocats“) Miss Bianca.
Dass Gabor ungarische Wurzeln hatte, inspirierte die Filmemacher dazu auch der Figur eine ungarische Nationalität zu verpassen.
Der Waliser Bernard Fox („The Mummy“) sprach den Part des Vorsitzenden der Mäusepolizei.
Die spätere Oscargewinnerin Geraldine Page („The Trip to Bountiful“) sprach die böse Madame Medusa, der Kinderstar Michelle Stacy („Logans Run“) das Mädchen Penny.

Joe Flynn („The Love Bug“) lieh Medusas Henchmen, Mr. Snoops die Stimme, und Jim Jordan („Here We Go Again „) sprach den Albatros Orville.
Sowohl für Flynn als auch für Jordan sollte es die letzte Rolle darstellen.
John McIntire („Psycho“) sprach die Katze Rufus, seine Frau Jeanette Nolan („The Horse Whisperer“) und Pat Buttram („Robin Hood“) liehen den Beutelratten Ellie Mae und Luke die Stimmen, und Stimmkünstler James MacDonald („Cinderella“) sprach die Libelle Evinrude.
Artie Butler („What’s Up, Doc?“) komponierte den Soundtrack, Sammy Fain („Alice in Wonderland“) und die beiden Songwriterinen Carol Connors und Ayn Robbins (beide „Rocky“) schrieben die Filmsongs die fast allesamt von der Sängerin Shelby Flint („Snoopy, Come Home“) gesungen wurden.
„Someone’s Waiting for You“ wurde 1978 für den Oscar als bester Filmsong nominiert.

Der Film wurde zudem zu einem beachtlichen finanzielen Erfolg, und bekam 1990 mit „The Rescuers Down Under“ eine Fortsetzung.

Fazit:
Mit „The Rescuers“ entfernte man sich vom grafisch-cartoonigen Stil der Vorgängerfilme, und versuchte sich wieder vermehrt dem weicheren Zeichnungsstil früherer Filme anzunähern.

Der visuelle Stil des Filmes ist auch der grosse Pluspunkt des Filmes.
Seien es die schönen Bildhintergründe, das schöne Figurendesign und die (wie stets) gelungene Animation, optisch kann der Streifen überzeugen.

Dies gilt jedoch weniger für den Inhalt.
Die Story hangelt sich irgendwie von Höhepunkt zu Höhepunkt und bietet dabei eine schier endlose Fülle an Nebencharakteren.
Ohnehin sind die Figuren irgendwie weniger ansprechend als in früheren Filmen, und auch wenn man mit den beiden Hauptcharakteren ein zugegebenermassen süsses Pärchen präsentiert bekommt, so kann man sich auch mit ihnen nicht wirklich identifizieren.

Madame Medusa ist eine Eins zu Eins-Kopie von Cruella De Vil; und tatsächlich wollte man zunächst die Schurkin aus „One Hundred And One Dalmatians“ hier wieder auftretten lassen, verwarf die Idee jedoch später.

Der Soundtrack kommt sehr modern und popig daher, und die Lieder gefallen ganz gut.
Leider fehlt der Wiedererkennungswert früherer Songs; wohl nicht zuletzt da die Lieder den Film nur „begleiten“ und es in diesem Film fast keine singenden Figuren gibt.

„The Rescuers“ läutete zeichnerisch ein neues Zeitalter ein, das seinen Höhepunkt in der sogenannten „Disney-Renaissance“ fand.
Man entfernte sich von den cartoonigen Filmen der Xerographen-Ära, die den Schwerpunkt auf Handlung und Figuren legten.
Story-mässig war es indess noch ein weiter Schritt zu den Höhepunkten der 90er Jahren.

3.5 von 5 Sumpffliegen

m3.5

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2 Antworten zu The Rescuers

  1. donpozuelo schreibt:

    Ich mag den Film.. sogar ein bisschen mehr als den zweiten Teil. Obwohl der natürlich auch toll ist… Ich find’s nur immer lustig, bei dir die englischen Originaltitel zu lesen – teilweise zum ersten Mal. Für mich ist das Bernhard und Bianca… „The Rescuers“ klingt da irgendwie voll merkwürdig. 😀

    • Mr. Nick schreibt:

      Der zweite Teil zählt eindeutig zu den besseren Disney-Fortsetzungen (was ja nicht wirklich schwer ist…).
      Zu den Originaltiteln: in dieser Hinsicht bin ich halt eben Purist… 🙂

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