Inside Llewyn Davis

Inside Llewyn DavisDie Coen-Brothers gehören zu den eigenwilligsten und unabhängigsten Filmemacher Hollywoods.
Mit eigenen Geschichten, einem feinen Gespür für interessante Figuren und einer guten Portion schwarzen Humors kehren die beiden Jahr für Jahr in die Kinos zurück.
In ihrem neustem Streich, „Inside Llewyn Davis“ nehmen sie sich der amerikanischen Folk-Musik an.
Die Hauptrolle spielt darin Oscar Isaac, Carey Mulligan und Musiker Justin Timberlake unterstützen ihn dabei.

Uraufführung: 9.5.2013 (Festival de Cannes)
Regie: Joel Coen, Ethan Coen
Darsteller: Oscar Isaac, Carey Mulligan, John Goodman, Justin Timberlake, u.a…

Story:
New York 1961.
Der erfolgslose Musiker Llewyn Davis (Oscar Isaac) schlägt sich mit Mühe und Not durchs Leben, schläft jede Nacht auf dem Sofa eines andern Kumpels, und hat ständig Schulden.

Evreybody wants to have a Cat

Evreybody wants to have a Cat

Als ihm seine Kollegin Jean (Carey Mulligan) zudem eröffnet, dass sie (womöglich von ihm) schwanger ist, tritt Llewyn die Flucht nach vorne an und begibt sich nach Chicago, wo er bei einem grossen Plattenlabel unterzukommen hofft.

Come and sing along

Come and sing along

Trivia:
Auch wenn „Inside Llewyn Davis“ aus der Feder der Coen-Brüder, Ethan und Joel stammte, war eine der Hauptinspirationen für den Film dennoch die Biografie des New Yorker Folksängers Dave Van Ronk.
Die Handlung webt auch gezielt alte Folk-Klassiker von Van Ronk selbst oder etwa Bob Dylan.
Die Darsteller sangen die im Film vorkommenden Songs zudem allesamt live.

Die Coen-Brothers (l.) bei den Dreharbeiten

Die Coen-Brothers (l.) bei den Dreharbeiten

Oscar Isaac („Robin Hood“) spielte Llewyn Davis, die Britin Carey Mulligan („The Great Gatsby“) Jean und Justin Timberlake („In Time“) ihren Freund Jim Berkey.
John Goodman („Flight“) verkörperte den mysteriösen Roland Turner, Garrett Hedlund („Tron: Legacy“) dessen Fahrer Johnny Five, und Osarpreisträger F. Murray Abraham („Amadeus“) spielte den Plattenboss Bud Grossman.

In weiteren Rollen waren unter anderem Stark Sands („Flags of Our Fathers“) als GI Troy Nelson, Adam Driver („Lincoln“) als Musiker Al Cody und Ethan Phillips („The Island“) als Professor Gorfein zu sehen.

Der Franzose Bruno Delbonnel („Le Fabuleux Destin d’Amélie Poulain“) führte die Kamera, während die Coen Brothers – unter dem Pseudonym Roderick Jaynes – den Film selbst schnitten.
Gedreht wurde in zum grössten Teil an Originalschauplätzen in New York, aber auch im US-Bundesstaat Minesota.

Der Film feierte seine Premiere am Filmfestival von Cannes, wo er auch prompt den den Jurypreis gewann.

Fazit:
Mit „Inside Llewyn Davis“ haben Joel und Etan Coen einen weiteren Höhepunkt in ihrem Schaffen erzielt.
Die Geschichte gefällt, trotz – oder gerade wegen- ihrer episodenhaften Erzählstruktur und der nicht immer ganz linearen Handlungsabfolge.
Zudem gefallen die, teils recht schrägen, Einfälle – man denke beispielsweise nur an dieStreunerkatze-, der schön schwarze Humor, die absurden Dialoge, sowie die herrlich schroffen Figuren.

Letztgenannte werden, wie stets bei den Coen von einer auserlesenen Darstellerriege verkörpert.
Hauptdarsteller Isaacs verkörpert den eigenbrötlerischen Looser (der ein Stück weit an den Dude erinnert) mit soviel Herzblut, dass man ihm trotz seiner Alüren nicht wirklich böse sein kann, und vollste Sympathie entgegenbringt.
Seine Co-Stars Mulligan und Timberlake spielen ebenfalls grossartig und mit viel Charisma, und insbesonders Letzter stellt viel Selbstironie unter Beweis.

Der Coen-Stammschauspieler John Goodman glänzt in einer kleinen Nebenrolle, die ihm nahezu auf den Leib geschrieben wurde, die perfekt zu ihm passt, und die er auf wunderbar schräge Art und Weise verkörpert.

Der Film lebt des Weiteren von seiner Musik, und fast wie bei einem klassischen Musikfilm tragen die Songs den Film und bringen die Handlung des öfteren voran.
Ohnehin ist der ganze Film eine einzige grosse Hommage an die Nordamerikanische Musikerszene der 60er Jahre; und dies lebt der Film in jeder Szene.

Von der technischen Machart her gefällt „Inside Llewyn Davis“ ebenfalls, insbesonders die Kameraarbeit von Bruno Delbonnel kann überzeugen und er erzielt einige ganz starke Bilder.

„Inside Llewyn Davis“ ist ein Coen-Film der auf ganzer Ebene gefällt, und sich locker mit den Meisterwerken „Big Lebowski“ und „O Brother Where Arth You“ messen kann.
Mit tollem Soundtrack, erstklassiger Schauspielleistungen einer äusserst gefälligen Musikspur und einer Story und Dialogen, die so Coen-typisch wie nur etwas sind,  macht der Film alles richtig.

5 von 5 streunenden Strassenkätzchen

5

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