The Black Cauldron

black_cauldron_ver121984 übernahm bei Disney mit CEO Michael Eisner und dem Vorsitzenden der Zeichentrickabteilung, Jeffrey Katzenberg, eine neue Konzernleitung das Ruder.
Ihr erster Film war das düstere Fantasyabenteuer „The Black Cauldron“, welches mit über
40 Mio $ den bis dato teuersten Disney-Film darstellte, und als erster Zeichentrickfilm Computeranimationen verwendete.
Dennoch zählt er zu den weniger bekannten und beliebten Streifen des Studios.

Uraufführung: 24.7.1985
Regie: Ted Berman, Richard Rich
Sprecher: Grant Bardsley, Susan Sheridan, John Hurt, John Huston, u.a…

Story:
Vor langer Zeit existierte ein schwarzer Zauberkessel, der seinem Besitzer unsagbare Macht verleihen konnte.
In weiser Voraussicht, und um ihn vor bösen Mächten fernzuhalten, wurde der Kessel an einem geheimmen Ort versteckt.

Unterm Kessel...

Unterm Kessel…

Viele Jahrhunderte später lebt der Junge Taran (Stimme: Grant Bardsley) als Schweinehirt beim Zauberer Dallben (Freddie Jones) und dem weissagenden Schwein Hen Wen.
Als der gehörnte König (John Hurt), Herrscher der Untoten, das Schwein entführt, macht sich Taran auf, es zurückzuholen.
Denn der böse Herrscher versucht um alles in den Welt an den Kessel zu gelangen, und das einzige Wesen das dessen Aufenthaltsort kennt ist das Schwein Hen Wen.

The Return of the (horned) King

The Return of the (horned) King

Trivia:
Basierend auf der Fantasybuchreihe „The Chronicles of Prydain“ von Lloyd Alexander, schrieb man in den Disney Studios ein Drehbuch, das Grundlage für den 25. abendfüllenden Trickfilm bot.
Ted Berman und Richard Rich die bereits „The Fox And The Hound“ realisierten, übernahmen erneut den Regieposten.

Nebst einem optionierten Xerographen-Verfahren, wurden auch erstmals computeranimiertes Bildmaterial verwendet, was „The Black Cauldron“ zum ersten Trickfilm mit CGI-Animation machte.

Grant Bardsley („The Blue Bird“) sprach Taran und Freddie Jones („Dune“) den Zauberer Dallben.
Susan Sheridan („Eisenstein“) lieh der Prinzessin Eilonwy die Stimme, Nigel Hawthorne („Amistad“) intonierte den Barden Fflewddur Fflam, und der Komiker John Byner („Stroker Ace“) sprach Gurgi.

Als Sprecher des gehörnten Königs konnnte John Hurt („The Elephant Man“) gewonnen werden, Arthur Malet („Hook“) spielte den Elfenkönig Eidilleg und der oscarprämierte Regisseur John Huston („The Treasure Of The Sierra Madre“) fungierte als Erzähler.

Der Filmsoundtrack wurde von Oscarpreisträger Elmer Bernstein („The Magnificent Seven“) geschrieben, und enthält als einer der wenigen Disney-Scores keinen einzigen Song.

Der neue Vorstand Will Eisner, Roy E. Disney und Frank Wells

Der neue Vorstand Michael Eisner, Roy E. Disney und Frank Wells

Kurz vor der geplanten Fertigstellung des Filmes intervenierten jedoch der neue Disneykonzernchef Michael Eisner und der Verantwortliche der Trickfilmabteilung, Jeffrey Katzenberg („Shrek“), und liessen fast 20 Minuten Filmmaterial aus der vorläufigen Endfassung herausschneiden.

Fazit:
In den frühen achtziger Jahren boomte das Genre der Fantasy-Trickfilme richtiggehend was Titel wie Ralph Bakshi’s „The Lord Of The Rings“, Don Bluth’s „The Secret Of NiMH“ oder „The Last Unicorn“ aus dem Hause Rankin/Bass, beweisen.

Dass man Disney bei Disney darauf ein eigenes Fantasyprojekt lancierte, leuchtet daher ein.
Weniger nachvollziehbar ist jedoch, was die Verantwortlichen sich dabei gedacht haben möchten; den „The Black Cauldron“ entfernte sich stylistisch und inhaltlich so weit wie kaum ein anderer Film von klassischen Disneystil.

Der Film erinnert eher an eine Don Bluth Produktion oder gewisse DreamWorks-Streifen denn einen Disneyfilm.
Dies ist an sich nicht verwerflich, doch sind doch stets gewisse Erwartungen an einen Disneyfilm gestellt – und diese kann der Film nicht erfüllen.
Zudem will der düstere Grundton und die Thematik der Geschichte irgendwie nicht so recht zu Disney passen.

Sieht man vom optischen Stil, der durchaus seine Stärken hat, und der Story ab, hat der Film doch einige Trümpfe.
Erst einmal seien die Voicecasts John Hurt, Freddie Jones und John Huston erwähnt, die eine sehr gute Falle machen – insbesonder Hurt gefällt als der gehörnte Anführer der Toten ganz gut – die Figur zählt zum düstersten was Disney je aus der Schurkenkiste gezaubert hat.

Nebst den erwähnten Akteuren fällt vor alllem John Byner ins Ohr; seine Voiceperformance des flauschigen Gurgi‘ gehört zu den Glanzlichtern des Filmes, und gibt ihm eine gewisse Komik.

Glanzvoll ist auch der Score den Altmeister Bernstein komponierte.
Der wuchtige, orchestrale Soundtrack hebt sich von seinen Vorgängern ab und man merkt, dass hier einer der ganz grossen Hollywoodkomponisten am Werk war.

Die Animation von „The Black Cauldron“ ist gelungen, inhaltlich gibt es wenig zu meckern, die Sprecher gefallen und der Soundtrack ist eine Wucht.
Leider sieht und merkt man dem Film in keiner Weise an das er aus dem Hause Disney kommt, und nur schon die Grundhandlung ist viel zu düster angelegt.
Über das Ganze gesehen, stellt der Film einen zu starken Bruch mit seinen Vorgängern dar, und kann als „Disney“-Film nur schwer punkten.

3 von 5 Zaubertöpfen

m3

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2 Antworten zu The Black Cauldron

  1. donpozuelo schreibt:

    Ja, für einen Disney-Film echt ein krasses Ding. Ich mag den Film sehr, bin aber irgendwie auch sehr froh darüber, dass ich den ersten vor kurzem das erste Mal gesehen habe. Als Kind hätte ich, glaube ich, nie wieder ruhig schlafen können. Allein der Skelett-König ist schon ein verdammt gruseliger Disney-Villain… und dann diese allgemeine düstere Stimmung… wenn da nicht Disney drauf stehen würde, würde man es echt nicht glauben, dass der Film von denen stammt.

    • Mr. Nick schreibt:

      Der Film kann sich zwar durchaus sehen lassen, für einen Disneyfilm entfernt er sich meiner Meinung nach zu stark vom klassischen Stil des Studios.
      Der düstere Ton den der Film einschlägt, wird dem Zielpublikum (Kindern) zudem absolut nicht gerecht.

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