12 Years A Slave

124Basierend auf der wahren Geschichte des in Freiheit geborenen, in die Sklaverei verschleppten, Solomon Northup, drehte der britische Foto- und Videokünstler Steve McQueen „12 Years A Slave“.
In dem starbesetzten Film spielt Chiwetel Ejiofor nebst Michael Fassbender und Benedict Cumberbatch die Hauptrolle.
Mit insgesamt 9 Nominationen ist das Werk zudem grosser Oscar-Favorit.

Uraufführung:
6.9.2013 (Toronto International Film Festival)
Regie: Steve McQueen
Darsteller: Chiwetel Ejiofor, Lupita Nyong’o, Michael Fassbender, Benedict Cumberbatch, u.a…

Story:
Der Afroamerikaner Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor) lebt im Jahre 1841 in Saratoga, New York, als freier Mann.
Keine Selbstverständlichkeit in einem Land in dem Sklaverei immer noch an der Tagesordnung ist.

Down in the River to Pray

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Eines Tages wird Solomon von zwei Betrügern überlistet, und findet sich kurze Zeit später als Sklave auf dem Gut des Südstaatenplantagenbesitzers William Ford (Benedict Cumberbatch) wieder.
In den folgenden 12 Jahren wechselt er mehrfach den „Besitzer“, unter anderem kommt er zum sadistischen Edwin Epps (Michael Fassbender), und ist nur von einem Gedanken getrieben; seine Freiheit wiederzuerlangen.

Ezekiel 25:17

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Trivia:
Als der echte Solomon Northup 1853 sein, auf Tatsachen basierendes, Werk „Twelve Years A Slave“ veröffentlichte, wurde dieses in Amerika relativ bald zum Bestseller.
2008 schrieb Drehbuchautor John Ridley („Three Kings“) auf Basis des Romanes ein Filmdrehbuch.
Regie führte der britische Fotokünstler Steve McQueen („Hunger“), während Brad Pitt’s Produktionsfirma „Plan B“ den Film produzierte.

Steve McQueen

Steve McQueen

Der Brite Chiwetel Ejiofor („2012“)spielte Solomon Northup, sein Landsmannn Benedict Cumberbatch („The Hobbit: The Desolation of Smaug“) und der Ire Michael Fassbender („Shame“), verkörperten die beiden Sklavenhalter Edwin Epps und William Ford.

Die Kenianerin Lupita Nyong’o gab ihr Filmdebut als die Sklavin Patsey und die Amerikanerin Sarah Paulson („The Spirit“) spielte Mary Epps.
Produzent Brad Pitt („World War Z“) selbst, verkörperte den Zimmerman Samuel Bass, Paul Dano („Little Miss Sunshine“) den Vorarbeiter John Tibeats, und Paul Giamatti („The Congress“) den Sklavenhändler Theophilus Freeman.
Jungdarstellerin Quvenzhané Wallis („Beasts of the Southern Wild“) schliesslich, gab Solomons Tochter Margaret.

Hinter der Kamera versammelte McQueen eine etablierte Crew mit Stammitgliedern; der Brite Sean Bobbitt („The Place Beyond The Pines“) führte die Kamera, Joe Walker („Shame“) schnitt den Film.
Hans Zimmer („Rush“) schrieb indess die Filmmusik.
Gedreht wurde im Grossraum New Orleans, unter anderem auf ehemaligen Baumwollplantagen.

Der Film gewann 2014 den Golden Globe Award als bestes Leinwanddrama, und wurde in insgesammt 9 Kategorien, darunter Bester Film, Beste Regie und beste Haupt- und Nebendarsteller (Ejiofor, Nyong’o, Fassbender) nominiert.

Fazit:
„The Help“, „Django Unchained“ oder „The Butler“; es scheint fast so, als ob Hollywood sich in den letzten Jahren einer kontinuierlichen Aufarbeitung der „schwarzen“ Geschichte Amerikas angenommen hat.

Der Fotokünstler Steve McQueen, der hier seine dritte Filmregie abliefert, fügt sich nun mit „12 Years A Slave“ in diesen Aufarbeitungsprozess ein.
Nebst einer inhaltlich aufrüttelnden Story, präsentiert McQueen -fast schon erwartungsgemäss- ein bildgewaltiger Film.
Dies ist nicht zuletzt Kameramann Sean Bobbitt zu verdanken, der extrem starke, detailreiche Bilder und Aufnahmen zu erzeugen mag.

Nebst dem visuellen Stil, vermag das Werk durch seine -wie bereits oben erwähnte- Story überzeugen, die förmlich unter die Haut geht und niemanden kaltlässt.

Wie bereits in „Hunger“ und „Shame“ wird die Story von einem starken Hauptdarsteller getragen.
War dies damals Michael Fassbender, der diesesmal „bloss“ einen Nebenpart innehat; so trägt in „12 Years A Slave“ Chiwetel Ejiofor den Hauptpart aus.
Er spielt mit grosser Hingabe und schauspielerischem Können, und es gelingt ihm mit seinem Spiel beim Zuschauer Empathien zu wecken.

Auf der anderen Seite des Spektrums agiert Michael Fassbender als ebenso sadistischer wie intriganter Sklavenhalter -er blüht in der Rolle förmlich auf-, während Lupita Nyong’o schliesslich in ihrem Spielfilmdebut gefällt und mit viel schauspielerischer Tiefe agiert.

Last but not least muss unbedingt noch Benedict Cumberbatch erwähnt werden, der mit einer differenzierten Darstelleng überzeugt.
Weniger überzeugend ist hingegen der Auftritt von Brad Pitt, der als moralistischer Gutmensch allzu plattitüt rüberkommt.

„12 Years A Slave“ wirft ein düsteres Kapitel der amerikanischen Geschichte auf, und das völlig ungeschönt.
Schön, im Sinne von Ästhetik, und extrem stark sind jedoch die Bilder, die Steve McQueen zu erzeugen mag.
Die Schauspielleistungen sind sehr gut, und in Chiwetel Ejiofor hat McQueen einen erstklassigen Hauptdarsteller gefunden.

5 von 5 Baumwollknospen

5

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2 Antworten zu 12 Years A Slave

  1. donpozuelo schreibt:

    Volle Punktzahl, volle Zustimmung. Ein unglaublich krasser Film… der echt ziemlich verstörend und bewegend zugleich ist.

    • Mr. Nick schreibt:

      Alles andere alls Höchstpunktzahl wäre eine Beleidigung für dieses Meisterwerk…
      Die inhaltliche Schwere und Tiefe des Filmes steht im Kontrast zu den fast schon malerischen, wunderbaren Bildern.
      McQueen gelingt es jedoch diese beiden Aspekte zu vereinen, und einen der visuell und inhaltlich stärksten Filme seit längerem zu erzielen.

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