Oliver & Company

Oliver-And-Company-Movie-PosterDie Adaption des britischen Kinderbuch-Klassikers „Oliver Twist“ versetzte die Geschichte kurzerhand in die Welt der New Yorker Strassenhunde und -Katzen.
Mit einem Grossaufgebot an Popmusikern die Songs zum Film beisteuerten, darunter Billy Joel, der nebenbei auch noch als Sprecher fungierte, bot Disney seinen Zuschauern 1988 einen äusserst modernen Film.
Erstmals wurden auch ganze Szenen und Hintergründe mittels CGI animiert.

Uraufführung: 18.11.1988
Regie: George Scribner
Sprecher: Joey Lawrence, Billy Joel, Bette Midler, Cheech Marin, u.a…

Story:
Das Katzenjunge Oliver (Stimme: Joey Lawrence) muss sich im Strassendschungel von Manhatten zurechtfinden.
Zu seinem grossen Glück gelangt er an den Stassenhund Dodger (Billy Joel) und dessen Bande.

Auf dem Silbertablett...

Auf dem Silbertablett…

Leider ist deren „Herrchen“ Fagin (Dom DeLuise) völlig verschuldet, und steht beim skrupelllosen Immobilienunternehmer Sykes (Robert Loggia) in der Kreide.
Oliver und die Hunde sollen daher für ihn den fehlenden Geldbetrag ergaunern.
Bei diesem Streifzug gerät Oliver an Jenny (Natalie Gregory), ein Mädchen aus gutem Haus, dass ihn sogleich ins Herz schliesst und sogleich zu sich nehmen möchte.

Der Wolf der Wall Street

Der Wolf der Wall Street

Trivia:
„Oliver Twist“ zählt zu den populärsten und wohl auch meistverfilmtesten Romanen von Charles Dickens.
Ende der 80er Jahre schwebte auch Jeffrey Katzenberg („Shrek“), dem damaligen Leiter der Trickfilmabteilung von Disney, eine moderne Adaption des Stoffes vor.

Billy Joel und Regisseur George Scribner (v.l.n.r.)

Billy Joel und Regisseur George Scribner (v.l.n.r.)

Jim Cox („FernGully: The Last Rainforest“), der Regisseur James Mangold („The Wolverine“) und Walt Disney’s Grossneffe Tim Disney („The Legend Of Lucy Keyes“) schrieben ein Drehbuch, George Scribner („The Black Cauldron“) wurde mit der Regie betraut.
„Oliver & Company“ setzte als erster Disneyfilm im grossen Stil computeranimierte Sequenzen ein, und betraute erstmals eine eigene Abteilung mit der Herstellung CGI-Effekte.

Joey Lawrence („A Goofy Movie“) intonierte Oliver, der Sänger Billy Joel sprach Dodger und Cheech Marin („From Dusk Till Dawn“) den Chiuaua Tito.
Die weiteren Hunde, Einstein, Francis und Rita, wurden von Richard Mulligan („Little Big Man“), Roscoe Lee Browne („Treasure Planet“) und Sheryl Lee Ralph („Sister Act 2: Back In The Habit“) gesprochen, Bette Midler („The Rose“) lieh der Hundedame Georgette ihre Stimme, Taurean Blacque („Rocky II“) und Carl Weintraub („Air Force One“) den beiden Dobermännern Roscoe und DeSoto.

Fagin wurde von Dom DeLuise („All Dogs Go To Heaven“) gesprochen, Robert Loggia („Scarface“) sprach den Imobilienhai Sykes und Natalie Gregory („Wait Until Spring, Bandini“) das Mädchen Jenny.

Während J.A.C. Redford („Heavyweights“) den Filmscore komponierte, engagierte man für die Songs ein ganzes Team von Musikern.
Nebst den Filmkomponisten Howard Ashman („The Little Mermaid“)
und Dean Pitchford („Fame“) zählten daher auch Popgrössen wie Huey Lewis („Back To The Future“), Barry Manilow, Barry Mann oder aber der spätere „Lion King“ Regisseur, Robert Minkoff, zu diesem Team.

Nachdem der Film ein finanziellen Erfolg verbuchen konnte, entschied man sich in der Disney-Konzernleitung dazu, fortan alljährlich mindestens einen neuen Trickfilm zu realisieren, – ein Modus der bis heute besteht und nur 1993 und 2006 nicht eingehalten wurde.

Fazit:
Mit „Snow White“, „Sleeping Beauty“ oder „The Jungle Book“ schuf man bei Disney zeitlose Klassiker.
„Oliver & Company“ ist im Gegensatz dazu ein äusserst zeitgemäser Film, und wie kein zweiter Disneyfilm in seiner Epoche – also den 80ies – verankert.
Dies ist an sich nichts Schlechtes, nur bleibt der Streifen halt ein Kind seiner Zeit, und wirkt mittlerweile -ironischerweise- etwas überholt.

Zur Zeit seiner Uraufführung muss der Film wohl als sehr Hip und modern auf das Publikum gewirkt haben, lebt er doch gerade auch von seinen popigen Songs, seinen frischen Dialogen, den frechen Sprüchen und dem lockeren Zeichnungsstil.

Der vermehrte Computereinsatz erlaubt den Zeichnern zudem interessante Animationen und Kamerafahrten, die von Hand wohl kaum möglich gewesen wären.

So fortschrittlich die Animation, so mau wirkt dafür die Story.
Trotz einer modernen Adaption schaft man es nicht, der altbekannten Dickenschen Geschichte viel neues abzugewinnen, und auch ohne Vorkenntnise ist die Filmhandlung des öfteren äusserst vorhersehbar.
Die Filmfiguren wachsen nie wirklich ans Herz, und Katzenbaby Oliver ist zwar ein süsser Protagonist, mehr auch nicht.
Die beste Falle macht der Bösewicht, Sykes, den man sicherlich als einen der realistischsten Schurken des Disney-Universums bezeichnen kann.

Von den Sprechern muss auf jeden Fall Cheech Marin erwähnt werden, der viel Witz in seine Rolle bringt, und damit einen der Stützpfeiler des Filmes repräsentiert: den Humor.
Denn so lahm die Story auch ist, sie wird mit jeder Menge frechem Witz präsentiert, und von Anspielungen auf alte Disneyfilme wimmelt es nur so.

„Oliver & Company“, der letzte Film vor der Renaissance im Hause Disney, steht im Schatten seiner Nachfolger; nicht zuletzt auch durch Selbstverschulden.
Die Story und Figuren wirken uninspirierend, und wie kein anderer Disneyfilm bleibt er Kind seiner Zeit.
Punkte gut macht er insbesonders im musikalischen Bereich – die fetzigen Popsongs gefallen ganz gut – und mit seinem frechen Humor.

3.5 von 5 Hot Dogs 

m3.5

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