Philomena

philomena_movieposter_1385062211Eines der grössten persönlichen Highlights am letztjährigen Zurich Film Festival war für mich, das Treffen mit der britischen Regielegende Stephen Frears.
Seit der letzten Woche läuft nun dessen neuester Streich, das feinfühlige Melodrama „Philomena“, welches auf wahren Tatsachen beruht, und das für vier Academy Awards, darunter für das beste Drehbuch und  den besten Film nominiert wurde, und in dem Dame Judi Dench die Hauptrolle spieli, in den hiessigen Kinos.

Uraufführung: 31.8.2013 (Filmfestival Venedig)
Regie: Stephen Frears
Darsteller: Judi Dench,  Steve Coogan, Sophie Kennedy Clark , Barbara Jefford, u.a…

Story:
Nach einem Jahrmarktsbesuch, der in einem amourösen Abenteuer mündet, wird Philomena (Sophie Kennedy Clark) ungewollt schwanger.
Im puritanischen Nachkriegs-Irland bleibt der jungen Frau nur der Gang ins Kloster.
Hier bringt sie zwar ihren Sohn zur Welt, das uneheliche Kind wird ihr allerdings schon bald weggenommen und zur Adoption freigegeben.

Jahrmarkt der (verhängnisvollen) Ereignisse...

Jahrmarkt der (verhängnisvollen) Ereignisse…

50 Jahre später stösst der Journalist Martin Sixsmith (Steve Coogan) auf die Geschichte der mittlerweile 70 jährigen Philomena (Judi Dench).
Obschon er eigentlich im Politjournalismus verankert ist, nimmt er sich der Geschichte der alten Frau, die ihm immer mehr ans Herz wächst an, und begibt sich mit ihr auf eine Suche, die sie bis nach Amerika führen soll.

Auf der Suche nach dem verlorenen Kind

Auf der Suche nach dem verlorenen Kind

Trivia:
Auf Basis des Buches „The Lost Child of Philomena Lee“ von Martin Sixsmith, schrieben der Schauspieler Steve Coogan („The Look of Love“)  und der Drehbuchautor Jeff Pope („Essex Boys“) ein Drehbuch, Stephen Frears („The Queen“) wurde mit der Regie betraut.
Steve Coogan fungierte gleichzeitig auch als  Produzent, und spielte die Rolle des Martin Sixsmith gleich selbst.

Steve Coogan, Judi Dench, Stephen Frears, Philomena Lee, Sophie Kennedy Clark und Martin Sixsmith

Steve Coogan, Judi Dench, Stephen Frears, Philomena Lee, Sophie Kennedy Clark und Martin Sixsmith

Judi Dench, die mit Frears bereits „Mrs Henderson Presents“ gedreht hatte, spielte indess die Hauptrolle der Philomena Lee, Sophie Kennedy Clark („Nymphomaniac“) spielte ihr jüngeres Ich.
Barbara Jefford (The Ninth Gate““) spielte die Nonne, Schwester Hildegarde und Mare Winningham („Mirror Mirror“) gab Philomenas Tochter Mary.
Gedreht wurde in London, der Grafschaft  Oxfordshire und Nordirland,
sowie dem US-Bundesstaat Maryland und Washington DC.
Die Kamera führte Robbie Ryan („Ginger & Rosa“), den Schnitt betreute der Italiener Valerio Bonelli („Hummingbird“), und Alexandre Desplat („The Queen“), der bereits mehrfach mit Frears zusammengearbeitet hatte, schrieb die Musik.

Fazit:
Seit gut drei Jahrzehnten ist Stephen Frears ein Garant für gutes britisches Kino, und steht für ansprechende Geschichten und erstklassige Darstellerleistungen.

„Philomena“ darf daher getrost als „typischen“ Frears bezeichnet werden.
Denn nebst einer äusserst berührenden Geschichte, die Frears ebenso pointiert wie behutsam zu inszenieren weiss, lebt sein neuester Film vorallem vom erstklassigen Spiel seiner Hauptdarsteller.

Steve Coogan, für mich ohnehin einer der stärkeren britischen Darsteller, gefällt in der Rolle des Reporters (die er sich ja wortwörtlich auf den Leib geschrieben hat) der über die Handlung hin eine schöne Figurenentwicklung hinlegt.

Der Film gehört jedoch ganz klar Judi Dench, die eine grossartige Performance hinlegt.
Sie spielt die Rolle mit einer ansteckenden Herzlichkeit und viel Figurentiefe.
Die Oscar-Nomination als beste Darstellerin, die sie dafür bekommen hat, ist absolut verdient.
Es ist  das Zusammenspiel von Dench und Coogan, das den Film zu tragen scheint.

Allerdings darf man dabei die solide Machart die der Film aufweist nicht ausser Acht lassen.
Kameramann Robbie Ryan erzeugt stimmungsvolle Bilder mit schön gewählten Motiven – man denke nur an die herrlichen Landschaftsaufnamen in Nordirland – und Alexander Desplat untermahlt dieselben mit wunderbaren, sanften Klängen.

„Philomena“ wirft mit seiner Kirchenkritik zudem ein inhaltlich brisantes Thema auf, ohne dabei der Versuchung zu erliegen dieses unnötig auszuschlachten.
Stattdessen widmet sich Frears seinen Figuren und deren inneren wie äusseren Reise.
In Judi Dench und Steven Coogan hat er zudem (mal wieder) grossartige Hauptdarsteller gefunden.

4.5 von 5 Ordensschwestern

4.5

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