George Lucas – vom Gleichgewicht der Macht

georgyHeute feiert mit George Lucas einer der bedeutensten und einflussreichsten Filmemacher seinen 70 Geburtstag.
Ein triffiger Grund für mich, ihm ein Special zu widmen und in den nächsten Tagen einige seiner bedeutendsten Filme zu besprechen.

Doch zunächst möchte ich euch Lucas selbst ein wenig näher bringen.

Geboren am 14.5.1944 in Kalifornien, wuchs er als Sohn eines Schreibmaschinenhändlers auf.
Schon früh konnte er sich den Motorsport begeistern, und sein grösster Traum war es, dereinst Rennfahrer zu werden.
Ein schwerer Autounfall den er mit 18 Jahren erlitt, „öffnete“ ihm die Augen, und liess ihn den gefassten Plan verwerfen.

Millenium Fiat - Lucas' erstes Auto

The Millenium Fiat – Lucas‘ erstes Auto

Wenn auch zunächst wenig auf eine spätere Filmkariere Lucas‘ hinwies, studierte er am College doch erstmal Psychologie und Philosophie, so entwickelte sich bei ihm in dieser Zeit eine grosse Liebe zur Fotografie und zum Filmen.
Dies führte schliesslich dazu, dass er sich, mit dem Wunsch Dokumentarfilmer zu werden, an die University of Southern California einschrieb.

Während dieser Zeit realisierte er mehrere Kurzfilme, darunter „Electronic Labyrinth THX 1138 4EB“ und assistierte bei diversen Filmemachern, unter anderem Titeldesigner Saul Bass („Vertigo“).
Nach erfolgreicher Beendigung seines Studiums fand Lucas eine Anstellung bei den Warner Bros. Studios wo er auf Regisseur Francis Ford Coppola traf, mit dem er bald Freundschaft schloss.

Man schrieb das Jahr 1969 und in Hollywood wurde das „Goldene Zeitalter“ der Studios langsam aber sicher vom „New American Cinema“ der unabhängigen Filmemacher abgelöst.
Coppola als einer der Grandseigneurs dieser jungen Bewegung kehrte dem alten Studiosystem bald den Rücken, und Lucas ging mit ihm.
Gemeinsam gründete man die Produktionsfirma „American Zoetrope“.

Mit Coppola am Set zu "THX 1138"

Mit Coppola am Set zu „THX 1138“

1970 entschloss sich Lucas „Electronic Labyrinth THX 1138 4EB“ als Langspielfilm neu zu drehen; das Resultat war der 1971 erschienene „THX 1138“ mit Robert Duvall und Donald Pleasence in den Hauptrollen.
Sein nächstes Projekt war der im Rock n’Roll – Millieu angesetzte Coming of Age-Film „American Graffitti“, der 1973 in die Kinos kam.
Der Streifen wurde ein bahnbrechender Erfolg und da man beim produzierenden Studio, Universal Pictures, nicht an einen solchen geglaubt hatte und Lucas erfolgsbeteiligt hatte, wurde dieser über Nacht zum Milliardär.
Mit seiner seine mittlerweile gegründete, eigene Produktionsfirma, Lucasfilm Ltd, machte er sich an die Planung eines Science Fiction Stoffes, für den er zunächst den Titel „Journal of the Whills“ vorsah.
Nach diversen Überarbeitungen des Stoffes und zahlreichen Ablehnungen Seitens grosser Studios, stieg schliesslich „20th Century Fox“ in das Projekt, das mittlerweile den Titel „Star Wars“ trug, ein.

Mit Alec Guiness am Set von "Star Wars"

Mit Alec Guiness am Set von „Star Wars“

Bei den Dreharbeiten, insbesonders der Bewerkstelligung der Spezialeffekte betrat man absolutes Neuland, sodass man eigens dafür eine eingene Firma, Industrial Light & Magic, gründete.
Der Film der am 25.5.1977 in die Kinos kam, wurde zum grössten Filmerfolg der damaligen Zeit und prägte den Begriff des Blockbusters massgeblich.
Auch gewannn er zahlreiche Preise, darunter sechs Oscars.
Dennoch sollte es für längere Zeit die letzte Regiearbeit Lucas‘ bleiben.

Als Produzent zählte Lucas jedoch, insbesonders in den 80ern zu den grossen Namen in Hollywood.
Nebst den beiden „Star Wars“-Fortsetzungen „The Empire Strikes Back“ und „Return Of The Jedi“, von Irvin Kershner („Never Say Never Again“) und Richard Marquand („Jagged Edge“) realisiert, ersann er gemeinsam mit Regiekollege Steven Spielberg einen Archäologen der fantastischen Schätzen hinterherjagt; Indiana Jones.
Ab dem 1981 erschienenen „Raiders Of The Lost Ark“ schwang der Fedorra-tragende, peitschenschwingende, Harrison Ford dargestellte, Held die Peitsche über die Kinoleinwand.
Daneben fungierte er als Produzent von Filmen wie Jim Henson’s Puppenabenteuer „Labyrinth“, dem ungewöhnlichen Comicfilm „Howard The Duck“ oder Ron Howard’s „Willow“.

Am Set von "Raiders Of The Lost Ark"

Am Set von „Raiders Of The Lost Ark“

Die verbesserte Computertechnik der 90er Jahre erlaubte es Lucas die „Star Wars“-Reihe in total restaurierter Form, rechtzeitig zum 20 – Jahr-Jubiläum erneut in die Kinos zu bringen.
Der enorme Erfolg den diese restaurierte Fassungen erzielten, veranlasste ihn dazu, die Vorgeschichte zu seiner Weltraumsaga zu erzählen.

1999 lief mit „The Phantom Menace“ der erste Teil der „neuen“ Trilogie an, der 2002 bzw. 2005 von „Attack Of The Clones“ und „Revenge Of The Sith“ beerbt wurde, an.
Bei allen drei Filmen führte Lucas wieder selber Regie.
2008 brachte er gemeinsam mit Spielberg ein weiteres, bislang letztes, Mal, den Archäologen Dr. Jones mit „Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull“ in die Kinos.

Dreharbeiten zur "neuen" "Star Wars"-Trilogie

Dreharbeiten zur „neuen“ „Star Wars“-Trilogie

Auch wenn Lucas einst den klassischen Hollywoodstudios den Rücken kehrte, und als Vertreter des „New American Cinema“ von ebendiesen zunächst belächelt wurde, konnte er sich zu einem der mächtigsten und bestvernetzten Filmproduzenten mausern.
Mit „Star Wars“ schuf er zudem nicht weniger als eine der eiflussreichsten, meistzitierten, wegweisenden und ertragreichsten Franchisen der Filmgeschichte.

George Lucas schaffte, stärker noch als sein Weggefährte Coppola, den Spagat zwischen den künstlerisch ambitionierten Independentfilmen des „New American Cinema“ und den massentauglichen Blockbustern.
Mehr noch, Lucas trug einen nicht unwesentlichen Teil dazu bei, das junge, wilde Kino seiner Generation zu etablieren, und zu einem neuen Fundament zu machen.

Man könnte zusammengefasst sagen, das Hollywood von dem er sich einst abwandte, liegt ihm mittlerweile zu Füssen.

Vertreter des "New American Cinema" (Steven Speilberg, Martin Scorsese, Brian DePalma, George Lucas, Francis Ford Coppola, v.l.n.r.)

Vertreter des „New American Cinema“ (Steven Speilberg, Martin Scorsese, Brian DePalma, George Lucas, Francis Ford Coppola, v.l.n.r.)

Bewundernswerterweise  liess sich Lucas in all den Jahren nie von seinen Vorhaben abbringen, und realisierte seine Filme, auch gegen grossen Wiederstand und Bedenken von Seiten seiner Geldgeber.
Der Erfolg gab ihm mehr als einmal recht.
In diesem Sinne alles Gute zum Geburtstag und : „May the Force be with you!“

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