THX 1138

THX-1138-posterZu Beginn meines George Lucas-Specials gleich den Erstling „THX 1138“.
Die düstere Zukunftsversion mit Robert Duvall und Donald Pleasence in den Hauptrollen basierte auf einem frühen Kurzfilm aus Lucas‘ Studentenzeit, und avancierte bald zum Kultstreifen.
Der Film wurde von Lucas‘ Weggefährten und Mentor Francis Ford Coppola mitproduziert, indess die spätere Cutter-Legende Walter Murch ihn auf technischer Ebene unterstützte.

Uraufführung:
11.3.1971
Regie: George Lucas
Darsteller: Robert Duvall, Donald Pleasence, Maggie McOmie, Ian Wolfe u.a…

Story:
In einer riesigen unterirdischen Stadt, irgendwann in der Zukunft; die Menschen tragen keine Namen mehr – stattdessen Nummern -, ihr Leben wird total vom Staat überwacht, und dank der täglichen Einnahme von pharmazeutischer Drogen wird jeglicher Ungehorsam unterdrückt.

Knüppel aus dem Sack..

Knüppel aus dem Sack..

THX 1138 (Robert Duvall) ist ein Fabrikarbeiter in dieser Stadt.
Als ihn seine Mitbewohnerin LUH 3417 (Maggie McOmie) dazu bringt seine tägliche Dosis der Drogen abzusetzen, nimmt THX die Welt plötzlich mit ganz anderen Augen wahr.
Und er entschliesst sich zu einem radikalen Schritt: der Flucht zur Oberfläche.

Bloefeld and Friends

Bloefeld and Friends

Trivia:
George Lucas („Star Wars „) drehte bereits 1967 den Kurzfilm „Electronic Labyrinth THX 1138 4EB“.
Auf Basis deselbigen verfasste er drei Jahre später, mit Hilfe des Cutters Walter Murch („Apocalypse Now“) das Drehbuch zu seinem ersten Langspielfilm.

George Lucas (stehend) mit den Kameramännern David Myers und Albert Kihn

George Lucas (stehend) mit den Kameramännern David Myers und Albert Kihn

Nebst seinem Kollegen und Mitbegründer von „American Zoetrope“, Francis Ford Coppola („The Godfather“), produzierten die „Warner Bros. Studios“ den Film – wenn auch mit Vorbehalten.

Für die Hauptrolle konnte Lucas Robert Duvall gewinnen, mit dem er sich am Set von Copolas „The Rain People“ angefreundet hatte.
Der britische Charakterdarsteller Donald Pleasence („You Only Live Twice“) verkörperte THX’s Kollegen SEN 5241, indess die Theaterschauspielerin Maggie McOmie mit LUH 3417 ihre erste und einzige Leinwandrolle spielte.

Ian Wolfe („Mad Love“), Sid Haig („Jackie Brown“) und Don Pedro Colley („Beneath The Planet Of The Apes“) spielten weitere Fabrikarbeiter.

Gedreht wurde zum grössten Teil in San Francisco, unter anderem in der, zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertiggestellten U-Bahn, aber auch im Studio von „American Zoetrope“ in Los Angeles.

Um einen möglichst dokumentarischen Look zu erzeugen, engagierte Lucas die beiden Dokumentarfilmer David Myers („Woodstock“) und Albert Kihn („Fillmore“) als Kameramänner.
Die Montage bewerkstelligte er selber, Walter Murch unterstützte ihn beim Tonschnitt.
Für den Soundtrack konnte der Argentinier Lalo Schifrin („Bullit“) gewonnnen werden.

Fazit:
Das Genre des soziokritischen Science-Fiction Filmes schien in den 70ern regelrecht zu boomen, was Streifen wie „Soylent Greene“, „The Omega Man“ oder „A Clockwork Orange“ perfekt unterstreichen.
In diesen düsteren Zukunftsversionen, konnte die junge Generation von Filmemachern, ihre Gesellschaftskritik und Sicht auf die Welt offen ausleben.

„THX 1138“ steht in bester Tradition dieses Subgenres, und ist in erster Linie ein sozialkritischer, die Konsumorientierte Gesellschaft ankreidender Film.
In eigener Optik, und mit visionären Bildern und klausophischen Sets erzählt uns Lucas diese, im Kern doch eher simple Geschichte.

Doch so stark die Botschaft, so sehr happerts hier an der Erzählstruktur.
Zu oft erzeugt der Film unnötige Längen, und zu viele Handlungsstränge und Fakten bleiben unerklärt, und der Zuschauer damit alleine gelassen.
Dies nimmt dem Film die nötige Tiefe und lässt wenig bis gar keine Nähe beim Zuschauer aufkommen.

Ebenso kühl agieren die Darsteller, einzig bei Pleasence kommt gewisse Empathie auf.
Doch was inhaltlich fehlt, macht die technische Versiertheit wett.
Nebst den visionären Sets und Austtattung kann gerade die Tonebene – ein Vorgeschmack auf den Soundteppich in „Star Wars“- punkten.
Der Score von Lalo Schifrin fügt sich nahtlos in dieses Soundgeflächte ein.

„THX 1138“ ist extrem gewöhnungsbedürftig und hat über die letzten 40 Jahre einiges an Staub angesetzt.
Dennoch ist der Film unter dem Augenmerk eines Erstlingswerkes beachtenswert.
Die Vision der Grundhandlung wurde zwar anderswo besser umgesetzt, die visuelle Ambition und das technische Können von Lucas lassen sich jedoch bereits hier bereits erkennen.

4 von 5 numerologische Namen

4

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