Indiana Jones And The Last Crusade

19Obschon „Indiana Jones And The Temple Of Doom“, gerade wegen seines düsteren Tons nicht nur positive Kritik erhielt, machten sich George Lucas und Steven Spielberg im Jahre 1985 an die Produktion eines dritten Teiles der Reihe,
in der Indy auf keinen Geringeren als seinen Vater treffen sollte.
Da sie mit der Figur des Indiana Jones einst eine Art Referenz an die
James Bond-Filme kreiern wollten, sollte die Rolle des Vaters kein Geringerer als Bond-Legende Sean Connery spielen.

Uraufführung: 24.5.1989
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Harrison Ford, Sean Connery, Alison Doody, Julian Glover, u.a…

Story:
Bereits in seiner frühsten Jugend (1912) war Indiana Jones (River Phoenix) ein draufgängerischher Abenteurer.
Dies hat sich auch in späteren Jahren (1938) kaum geändert, und der erwachsene Indy (Harrison Ford),seines Zeichens Archäologe und Professor, schlägt kaum ein Abenteuer aus.

Vater und Sohn

Vater und Sohn

Als ihn jedoch der reiche Walter Donovan (Julian Glover), ein Sammler mittelalterlicher Artefakte, um die Hilfe bei der Suche nach dem legendären Heiligen Gral bittet, verneint Jones zunächst.
Als er jedoch erfährt, dass der profanste Kenner der Gralslegende von den Nazis entführt wurde, beschliesst er diesen zu befreien; handelt es sich doch ausgerechnet um Indys Vater, Professor Henry Jones (Sean Connery).

Im braunen Sumpf des Verbrechens

Im braunen Sumpf des Verbrechens

Trivia:
Da George Lucas und Steven Spielberg relativ früh schon, eine Trilogie um ihren Helden Indiana Jones planten, begannen sie kurz nach Veröffentlichung von „Indiana Jones And The Temple Of Doom“ mit der Ideensuche für einen dritten Teil.
Mehrere Scripts wurden geschrieben (unter anderem von Chris Columbus) und wieder verworfen – so etwa die Geschichte in der Indy in Afrika gegen den Affenkönig kämpft – ehe Spielberg vorschlug einen Vater-Sohn Konflikt ins Zentrum zu stellen, und Lucas den Heiligen Gral als Artefakt ins Spiel brachte.
So verfasste man gemeinsam mit dem Holländer Menno Meyjes („Empire Of The Sun“) und Jeffrey Boam („The Lost Boys“) ein Drehbuch.

Regisseur Spielberg (m.) und der junge Indy- River Phoenix (l.)

Regisseur Spielberg (m.) und der junge Indy- River Phoenix (l.)

Sowohl für Spielberg wie Lucas war Indiana Jones immer eine Referenz an die James Bond-Filme gewesen.
Für den Part von Indiana Jones Vater, Professor Henry Jones, wollte man daher unbedingt den Ur-James Bond-Darsteller, den Schotten Sean Connery („Goldfinger“), welcher auch prompt zusagte.
Nebst Connery wurden zudem weitere Darsteller mit Bond-Erfahrung gecastet.
So verkörperte die Irin Alison Doody („A View To A Kill“) Dr. Elsa Schneider und Julian Glover („For Your Eyes Only“) spielte Walter Donovan.

John Rhys-Davies und Denholm Elliott traten erneut als Sallah und Marcus Brody auf, indess Ronald Lacey, der in „Raiders Of The Lost Ark“ noch den SS-Major Toth gab, hier kurz als Heinrich Himmler zu sehen ist.
Michael Byrne der den SS-Standartenführer Vogel spielt, drehte mit Harrison Ford bereits den Kriegsfilm „Force 10 from Navarone“, in dem unter anderen auch Michael Sheard, welcher hier Adolf Hitler verkörperte, mit von der Partie war.

Der Armenier Kevork Malikyan („Taken 2“) gab Kazim, den Anführer der Gralsbruderschaft, und der Brite Robert Eddison („American Friends“) den Gralsritter.
Ursprünglich wollte man Laurence Olivier für diesen Part gewinnen, er war jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits von schwerer Krankheit gezeichnet.
Der Amerikaner River Phoenix („Running On Empty“) spielte den jungen Indiana Jones.

Gedreht wurde unter anderem in im spanischen Almeria, beim deutschen Schloss Bürresheim, der Wüste von Utah, Venedig, sowie in Jordanien – so auch in der Tempelstadt Petra.
Innenaufnahmen entstanden wiederum in den britischen Elstree Studios.

Kamera und Schnitt oblagen erneut Douglas Slocombe und Michael Kahn, für das Produktionsdesign zeigte sich wiederum Elliot Scott verantwortlich, und zum dritten Mal in Folge komponierte John Williams den Soundtrack.
Währenddessen waren Michael J. McAlister („The Truman Show“) und Michael Lantieri („Jurassic Park“) neu für die (visuellen) Spezialeffekte zuständig.
Für den Tonschnitt schliesslich, erhielt Ben Burtt („Star Wars“) den Oscar.

Fazit:
In „Indiana Jones And The Last Crusade“ kehren Spielberg und Lucas zu den Wurzeln der Serie zurück, und schliessen gewissermassen einen Kreis, den sie mit „Raiders Of The Lost Ark“ öffneten.
Hier sind wieder alle Elemente, die den Erstling gross gemacht hatten vereint; geheimnisvolle Artefakte, konkurierende Archäologen, böse Nazis; aber auch erstklassige Jump and Run-Action und Verfolgungsjagden.

Die Grundstory ist gut aufgebaut, die Spannung baut sich langsam auf, und mit der Vater-Sohn Geschichte, gewinnt der Film auf der Figurenebene viel Tiefe.
Ohnehin ist es diese Beziehung, die im Mittelpunkt des Streifens steht, und die sowohl die Schurken, wie auch die Dame, Alison Doody (deren Part extrem durchschaubar wirkt), auf die zweiten Plätze verweist; aber auch den Heilligen Gral zu einem MacGuffin werden lässt.

Der Film wirkt daher, und nicht zuletzt deswegen um einiges charakterbetonter, und nicht nur dank des kurzen Blickes auf Indys Jugend, zu Beginn des Filmes, scheint es, als ob der Titelheld in diesem Film die grösste Entwicklung durchläuft.
Auf schauspielerischen Ebene überzeugt Ford daher, wie schon in den Vorgängern, zwar durchaus, doch gerade in der Interaktion mit Sean Connery läuft er zu Höchstform auf.
Die beiden ergänzen sich vortrefflichst, und Sean Connery (der erst 6 Jahre zuvor zum Letzten Mal 007 gab) überzeugt als schrulliger Professor.

Das eigentliche Abenteuer verliert angesichts der ganzen Figurenentwicklung und dem Vater-Sohn-Geflechts zwar etwas an Bedeutung, wird jedoch keinenfalls verdrängt.
Nebst der Story wartet Spielberg wiederum mit erstklassiger Action und Spannung auf, und sei es nun die Adrenalin-geladenen Verfolgungsjagden oder die nervenzerreisenden Aufgaben die Indy am Schluss bewältigen muss, er weiss sie perfekt zu inszenieren.
Auch der augenzwinkernde Humor und Referenzen die der Film erhält, tragen zur erzählerischen Abwechslung bei; von Thomas Mann’s „Tod In Venedig“, bis hin zur NS-Bücherverbrennung, -die der Jude Spielberg in nahezu Riefenstahlschem Aufbau inszeniert, und die im ebenso makaberen, wie komischen Aufeinanderttreffen Adolf Hitlers und Indiana Jones gipfelt.

Die Machart müsste zwar nicht noch speziell vermerkt werden, ich tue es trotzdem.
Denn wieder einmal passt hier einfach Alles; von den Bildern Douglas Slocombe’s (Es war dies sein letzter Film), über die Spezialeffekte, bis hin zur Musik von John Williams.

„Indiana Jones And The Last Crusade“ ist wäre ein würdiger Abschluss der Indiana Jones- Reihe („wäre“, wäre man denn bei drei Filmen geblieben…), der vorallem von dem Vater-Sohn Konflikt lebt, welcher, nebst dem Heilligen Gral, im Mittelpunkt des Filmes steht.
Harrison Ford und Sean Connery bilden ein grossartiges Duo, das vor Spielfreude und Schauspielwitz nur so sprüht, aber auch Platz für Figurentiefe und -Entwicklung lässt.
Zwar nicht ganz so stark wie „Raiders Of The Lost Ark“, ein Stück weit besser als „Temple Of Doom“, und ein würdiger dritter Teil.

4.5 von 5 Schlücken aus dem Gral

4.5

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