Le Gendarme de Saint-Tropez

le gendarm de saint tropezMit 50 Jahren, einem Alter in dem die meisten Kinostars meist bereits schon am Zenit ihres Ruhms angelangen, startete Louis de Funès seine Karriere.
Denn, auch wenn er bereits in kleineren Filmrollen und am Theater erste Erfolge feiern konnte, so war „Le Gendarme de Saint-Tropez“ jener Film, mit dem Louis de Funès der Durchbruch gelang.
Der Film war zudem Grundstein für eine ganze Reihe von „Gendarme“-Filmen.

Uraufführung: 9.9.1964
Regie: Jean Girault
Darsteller: Louis de Funès, Michel Galabru, Geneviève Grad, Jean Lefebvre, u.a…

Story:
Der Dorfpolizist Ludovic Cruchot (Louis de Funès) ist ein unnachgiebiger Zeitgenosse, der seine Mitbürger tyrannisiert wo er nur kann.
Unerwartet wird er eines Tages ins Küstenstädtchen Saint Tropez versetzt, wo ihm per sofort ein ganzes Polizeikorps unterstellt ist.

L'académie de police

L’académie de police

Und während sich Cruchot einerseits mit seinen Angestellten, der lokalen Bevölkerung und einer Armee von Nudisten anlegt, andererseits alles daran setzt, es seinem Vorgesetzten, Adjudant Gerber (Michel Galabru), möglichst recht zu machen, versucht sich seine pubertierende Tochter Nicole (Geneviève Grad) dem mondänen Leben Saint Tropez anzupassen.
Allerdings bringt sie dabei ihren Vater mächtig in Bedrouille.

Saint-Tropez -Twist

Saint-Tropez -Twist

Trivia:
Anfangs der 1960er schrieb der Autor Richard Balducci („À bout de souffle“) erstmals ein Filmscript über einen übereifrigen Gendarmen in Saint-Tropez.
Das Drehbuch kam bald dem Regisseur Jean Girault („Les Grandes Vacances“) in die Hände, welcher den Stoff unbedingt verfilmen wollte.
Gemeinsam mit seinem langjährigen Drehbuchautoren Jacques Vilfrid („Pouic-Pouic“) gab er dem Script den letzten Schliff.

Für die Hauptrolle engagierte Girault Louis de Funès, mit dem er bereits mehrfach zusammengearbeitet hatte, unter anderem in „Les Veinards“; dies allerdings entgegen dem Willen der Produzenten, die lieber den, zu diesem Zeitpunkt weitaus populäreren Komiker Francis Blanche gecastet hätten.

 Jean Girault (r.) am Set mit Louis de Funès  (m.)

Jean Girault (r.) am Set mit Louis de Funès (m.)

Die Rolle von Cruchots Chef, Adjudant Gerber, sollte ursprünglich von Pierre Mondy verkörpert werden, schliesslich gab Michel Galabru („Bienvenue chez les Ch’tis“) den Part.
Geneviève Grad („Arsène Lupin contre Arsène Lupin“) spielte Cruchot’s Tochter, Nicole, Jean Lefebvre („Et Dieu… créa la femme“), Christian Marin („Pouic-Pouic“) und das Komikerduo Guy Grosso („La Belle Américaine“) und Michel Modo („La Grande vadrouille“) verkörperten dessen Untergebene Fougasse, Merlot, Tricard und Berlicot.
France Rumilly („Play Time“) hatte einen Kurzauftritt als rasende Ordensschwester Clotilde.

Die Dreharbeiten fanden allesamt an den Filmschauplätzen in Saint Tropez statt, einzig Innenaufnahmen entstanden in den Studios Riviera in Nizza.
Die Kamera führte Marc Fossard („Le Quai des brumes“), den Schnitt übernahm der langjährige Schnittmeister Girault’s, Jean Michel Gautier („Faites sauter la banque!“) und die Musik schrieb Girault’s Stammkomponist Raymond Lefèvre („La Soupe aux choux“).

Fazit:
In den 60ern ging, nicht zuletzt dank zahlreichen Filmen, der Stern der Cote d’Azur endgültig auf.
Ebenso erging es dem Komiker de Funès, der sich an ebendiesen Stränden mit der Rolle des fuchtelnden Gendarmes Cruchot in die Herzen von Kinogängern weltweit spielte.

Zugegebenermassen fordert „Le Gendarme de Saint-Tropez“ nicht allzuviel von seinen Zuschauern ab, der Plot ist eher simpel, und insbesonders im ersten Drittel dümpelt die Handlung vor sich hin.
Doch Louis de Funès gelingt es, allein mit seiner Performance dem Film eine eigene komodiantische Klasse zu verschaffen.
Es ist herrlich de Funès bei seinen Ausrastern zuzusehen, man lacht insgeheim wenn er seine Untergebenen zur Schnecke macht nur um dannach selbst von seinem Vorgesetzten eines aufs Käppi zu kriegen.

Selbstverständlich ist es nicht de Funès alleine, der den Film trägt, nein, auch Michel Galabru, der als leicht pikierter Chef eine tolle Figur macht, muss erwähnt werden, und auch der Rest der „Truppe“ ist hervorragend besetzt.

Dass man den Plot mit jeder Menge kleiner Situationskomik gefüllt hat, ist sehr begrüssenswert, lockert das doch die Story ungemein auf und spielt den Darstellern in die Hand.
Zudem gelingt es den Filmemachern den mondänen Charme des Saint-Tropez‘ der 60er einzufangen, und eine Art charmantes Ferienalbum zu kreieren.

„Le Gendarme de Saint-Tropez“ ist eine leichtfüssige, eher simple Komödie, die unbestritten vom Spiel ihres Hauptdarstellers lebt.
Dieser steht dabei noch am Beginn seines (kometenhaften) Aufstieges, und liefert noch längst nicht die beste Performance seiner Karriere ab.
Dennoch, ein gelungener Auftakt.

4 von 5 Nudisten

4

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