Fantômas

FantomasNoch ehe „Le Gendarme de Saint-Tropez“ anlief, drehte Louis de Funès 1964 den zweiten Film, der seine Karriere ins Rollen bringen sollte; „Fantômas“.
Der Film entstand unter der Regie des Actionspezialisten André Hunebelle.
Bemerkenswert ist sicherlich, das de Funès hier nur als Nebendarsteller an der Seite des damaligen Kinostars Jean Marais, der gleich in einer Doppelrolle brillieren konnte, gecastet wurde.

Uraufführung: 4.11.1964
Regie: André Hunebelle
Darsteller: Jean Marais, Louis de Funès, Mylène Demongeot, Robert Dalban, u.a…

Story:
Der Superschurke Fantômas (Jean Marais/Stimme: Raymond Pellegrin) hält mit seinen Verbrechen ganz Frankreich in Atem.
Inspektor Juve (Louis de Funès) hat dem Verbrecher, dessen wahres Gesicht keiner kennt, daher den Kampf angesagt; wenn auch mit bescheidenem Erfolg, ist ihm Fantômas doch stets einen Schritt voraus.

Grey Men Group

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Währenddessen zweifelt der Journalist Fandor (Jean Marais) öffentlich an der Existenz Fantômas‘ und hält ihn für eine Erfindung von Polizei und Politik.
Damit zieht Fandor allerdings den Zorn des, sehr wohl existierenden Verbrechers auf sich und bringt dadurch sich selbst und seine Freundin Hélène (Mylène Demongeot) in grosse Gefahr.

Im Kreuzverhör

Im Kreuzverhör

Trivia:
Regisseur André Hunebelle („OSS 117 se déchaîne“) konnte Anfangs der 60er bereits mit den Agentenfilmen um „OSS 117“ Erfolge feiern, als er auf die Idee kam, den Erzverbrecher „Fantômas“ wieder auf die Kinoleinwände zu bringen.

Regisseur André Hunebelle

Regisseur André Hunebelle

Die diabolische Figur wurde 1911 von Marcel Allain und Pierre Souvestre erschaffen und brachte es nebst zahlreichen Büchern, vorallem in den 30er Jahren mehrfach ins französische Kino.
Am Drehbuch zur Neuinterpretation schrieb nebst Pierre Foucaud („Pas de roses pour OSS 117“) auch Hunebelles Sohn, Jean Halain („Oscar“) mit.

Jean Marais („La Belle et la Bête“) wurde für die Doppelrolle des Journalisten Fandor und des Schurken Fantômas gecastet.
Die markante Stimme wurde Fantômas jedoch von Raymond Pellegrin („Le Deuxième Souffle“) geliehen.
Inspecteur Juve sollte zunächst vom Komiker Bourvil verkörpert werden, als dieser jedoch absagte, kam kurzfristig Louis de Funès, der mit Regisseur Hunebelle bereits in „Taxi, Roulotte et Corrida“ zusammengearbeitet hatte, zum Zuge.

Mylène Demongeot („Frou-Frou“) spielte die Fotografin Hélène Gurn, Robert Dalban („Le Grand Blond avec une chaussure noire“) den Zeitungsboss, Marie-Hélène Arnaud („Gigi“) gab Lady Beltham und Jacques Dynam, der bereits in einer 1947-Verfilmung von „Fantômas“ mitwirkte gab den Polizeinspektor Michel Bertrand.

Gedreht wurde unter anderem in Paris, an der Mittelmeerküste und den südfranzösischen Seealpen.
Marcel Grignon („Hibernatus“), ein guter Freund de Funès, führte die Kamera, und Jean Feyte („Banco à Bangkok pour OSS 117“) schnitt den Film.
Der Soundtrack stammte vom Komponisten und Musikproduzenten Michel Magne („Angélique, marquise des anges“).

Fazit:
Im europäischen Actionkino der frühen 60er lassen sich zwei Trends ausmachen; einerseits eine unglaubliche Flut an Filmen die stark an die britischen James Bond-Streifen angelehnt waren – das sogenannte Eurospy-Genre – andererseits eine Wiederbelebung alter Vorkriegsschurken (so etwa in Deutschland „Dr.Mabuse“…).

„Fantômas“ reiht sich bestens in diese beiden Entwicklungsschritte ein, ohne dabei seine Eigenständigkeit zu verlieren.
André Hunebelle bietet mit diesem, im Prinzip einfach aufgebauten, Film eine schöne Mischung aus Spannung, rasanter Action und jeder Menge Humor.
Letzteres wird ganz klar von Louis de Funès in den Film getragen, der seine Kollegen allesamt an die Wand spielt.

Dabei ist gerade Jean Marais eine an sich solide Besetzung, der insbesonders als Journalist Fandor durch eine perfekte Mischung von Abgebrühtheit und Sexappeal brillieren kann.
Im Direktvergleich mit dem quirrligen de Funés wirkt Marais dann doch etwas gar steif, und auch Mylène Demongeot verblasst nebst dem kleinen Hitzkopf.

„Fantômas“ kann nebst der, mit witzigen Einfällen gespikten, Story und dem Humor auch mit einer soliden Machart überzeugen; seien es die furiosen Actionsequenzen oder aber der eingängig jazzige Soundtrack, der Film braucht sich handwerklich nicht zu verstecken.

„Fantômas“ ist ein actiongeladener, humorgespickter Streifen im besten Eurospy-Stil, der zu unterhalten Vermag und in dem Louis de Funès eindrücklich beweist, dass er einen Film zu tragen, und ihm seinen Stempel aufzudrücken vermag, wenn er nicht die erste Geige spielt.

4 von 5 maskierten Superschurken

4

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