Fantômas se déchaîne

fantomas se dechaineDer zweite Teil der „Fantômas“-Reihe, „Fantômas se déchaîne“ stellte -im Gegensatz zum Erstling- die Figur des Inspektor Juve, und damit deren Darsteller, Louis de Funès ins Zentrum des Geschehens.
Der Film kommt daher auch wesentlich komiklastiger als sein Vorgänger daher.
Eine gewisse Verballhornung eines bestimmten britischen Agenten, kann der Streifen ebenfalls nicht von der Hand weisen.

Uraufführung: 8.12.1965
Regie: André Hunebelle
Darsteller: Jean Marais, Louis de Funès, Mylène Demongeot, Olivier de Funès, u.a…
Story:
Nachdem Fantômas (Jean Marais/Stimme: Raymond Pellegrin) dem
Inspektor Juve (Louis de Funès) um Haaresbreite entkommen konnte, plant der Verbrecher bereits seinen Nächsten Coup.
Eine Reihe von Wissenschaftlern soll entführt werden, um dem Schurken bei Verwirklichung seiner Pläne zu helfen.

Generation Fernsehen

Generation Fernsehen

Der Journalist Fandor (Jean Marais) und seine Freundin, die Fotografin Hélène (Mylène Demongeot) haben allerdings davon Wind gekriegt, und versuchen, gemeinsam mit Juve, den Schurken zu stopen.
Gemeinsam verfolgen Sie ihn bis nach Rom.

Charade

Charade

Trivia:
Nach dem ansehnlichen Erfolg, der „Fantômas“ 1964 an den Kinokassen verbuchen konnte, entschied sich Regisseur André Hunebelle dazu, eine Fortsetzung zu drehen.
Diese sollte zunächst ganz ohne den von Louis de Funès verkörperten Inspektor Juve auskommen, und sich stattdessen mehr auf die von Jean Marais dargestellten Figuren Fantômas und Fandor fokusieren.

Als der Beliebtheitsgrad von de Funès jedoch schlagartig anstieg, besann sich Regisseur André Hunebelle eines besseren, und so schrieben Pierre Foucaud und Jean Halain das Drehbuch um, sodass de Funès numehr im Mittelpunkt der Story stand.

Nebst de Funès und Marais waren auch Mylène Demongeot als Fotoreporterin Hélène und Jacques Dynam als Polizeinspektor Michel Bertrand erneut mit von der Partie.
De Funès‘ Sohn, Olivier hatte als Hélène’s kleiner Bruder, Michel, seinen allerersten Filmauftritt.

Olivier und Louis de Funès, Mylène Demongeot und Jean Marais

Olivier und Louis de Funès, Mylène Demongeot und Jean Marais

Gedreht wurde in Paris, im mittelalerlichen Städtchen Chinon, in Rom und am Fusse des Vesuv‘; Innenaufnahmen entstanden in den Boulogne-Billancourt-Studios, nahe Paris.
Max Douy („Moonraker“) war für das Setdesign verantwortlich, Raymond Lemoigne („Tintin et le Mystère de la Toison d’or“) für die Kamera, und Jean Feyte übernahm erneut den Filmschnitt.
Auch bei der Musik setzte man mit Michel Magne auf ein altbekanntes Gesicht.

Fazit:
„Fantômas – völlig losgelöst“ wäre die sinngemässe Übersetzung des französischen Titels.
Und tatsächlich, die Macher des Filmes bieten, beflügelt durch den Erfolg des Erstlings, eine Fortsetzung die denselbigen in jeder Hinsicht zu übertrumpfen versucht.
Allerdings bleibt es beim Versuch.

Augenfällig ist klar die Verschiebung von Hauptdarsteller Marais hin zu Louis de Funès der numehr ganz im Zentrum des Geschehens steht.
Dadurch erhöt sich der Witz und die Komik des Streifens wesentlich, und der Film wirkt, ganz dem Zeitgeist verpflichtet, wie eine Art überdrehte James Bond-Persiflage.
Hierzu tragen sicherlich auch die Interieurs bei, die es einerseits locker mit den Schurkenverliessen eines Ken Adam (langjähriger Bond-Setdesigner) andererseits den Eindruck eines auf die Leinwand gebannter Comicstrip vermitteln, aber auch die Gadgets, die direkt aus der Q-Abteilung zu kommen scheinen.

Hauptdarsteller de Funès kann sich in seiner Rolle voll und ganz austoben, und ist ganz klar tonangebend innerhalb des Ensembles.
Dagegen ist Jean Marais Part, trotz Dreifachrolle, verglichen mit „Fantômas“ recht klein, und bietet dem Darsteller nur wenig Raum zur Ausfaltung.
Auch Mylène Demongeot hat in diesem Film eher wenig zu tun, und verblasst nebst ihren männlichen Co-Stars vollends.

Der erhöten Komik sind vorallem die Actionszenen zum Opfer gefallen, die im Vergleich zum Vorgänger wesentlich ruhiger und vorallem viel rarer gesät sind.
Auch inhaltlich präsentiert der Film keine grossartige, wendungsreiche Story, und Spannung ist kaum auszumachen.

Mit „Fantômas se déchaîne“ entwickelt sich die Reihe um den Superschurken allmählich von einer Actionkomödie zu einem Louis de Funès – Film.
Ist hier eine erhöte Komik und ein Humor, der de Funès klar in die Hände spielt, auszumachen, so bleibt leider der Spannungsfaktor und die Action klar auf der Strecke, und der Film kommt nicht an den Vorgänger heran.

3,5 von 5 fliegenden Citroën DS

3.5

 

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