Le Grand Restaurant

le grand restaurantIn „Le Grand Restaurant“  vereinte der Regisseur Jacques Besnard 1966 zwei Elemente der französischen Kultur, die Spitzengastronomie und den Komiker Louis de Funès.
Dieser, mittlerweile zum  populären Kinostar geworden, spielte hier nicht nur die Hauptrolle des übereifrigen Monsier Septime, seines Zeichen Gastronom und Besitzer des titelgebenden Restaurants, sondern schrieb auch noch aktiv am Drehbuch mit.

Uraufführung: 7.9.1966
Regie: Jacques Besnard
Darsteller: Louis de Funès, Bernard Blier, Maria-Rosa Rodriguez, Venantino Venantini, u.a…

Story:
Monsieur Septime (Louis de Funès) ist stolzer Besitzer eines edlen Pariser Restaurants, zu dessen Stammgästen grosse Persönlichkeiten und Politiker zählen.
Der Gastronom ist zudem ein äusserst penibler Zeitgenosse der seine Angestellten schikaniert wo er nur kann, und auch vor inkognito durchgeführten Kontrollbesuchen im eigenen Lokal nicht zurückschreckt.

Bombe surpise...

Bombe surpise…

Als eines Abends Präsident Novalès (Folco Lulli), Machthaber eines südamerikanischen Landes, bei ihm diniert, ist Septime ganz aus den Häuschen.
Nachdem der Staatsmann jedoch vor seinen Augen verschwindet, kriegt es der Restaurantbesitzer nicht nur mit der Pariser Polizei, sondern auch mit einer Gruppe südamerikanischer Oppositionellen zu tun.
Gemeinsam mit Sophia (Maria-Rosa Rodriguez), Novalès‘ Sekretärin versucht Septime den Fall auf eigene Faust zu lösen.

Die Schönen und Reichen...

Die Schönen und Reichen…

Trivia:
Die Regie von „Le Grand Restaurant“ hatte Jacques Besnard („Le Fou du labo 4“) der langjährige Assistent des „Fantômas“-Regisseurs André Hunebelle, inne; das Drehbuch entwickelte dazu er gemeinsam mit dem Drehbuchautor Jean Halain und Louis de Funès, die ebenfalls schon an der „Fantômas“-Reihe gearbeitet hatten.
Viele der Gags des Filmes entstanden zudem spontan am Set, so auch die bekannte Hitler-Parodie, die bereits Kultstatus geniesst…

Regisseur Jacques Besnard

Regisseur Jacques Besnard

De Funès selbst spielte die Rolle des Restaurantbesitzers Monsieur Septime, Bernard Blier („Frou-Frou“) gab den Polizeikommisar, der Italiener Folco Lulli („Luci del varietà“) den südamerikanischen Präsidenten Novalès, sein Landsmann Venantino Venantini („La Cage aux folles“) spielte dessen rechte Hand, Enrique.
Die equadorianisch-stämmige Maria-Rosa Rodriguez („Pouic-Pouic“) verkörprte Sophia, die Sekretärin des Präsidenten und Noël Roquevert („Le Corbeau“) den französischen Innenminister.

Die Komiker Guy Grosso und Michel Modo die mit de Funès bereits in den „Gendarmes“-Filmen spielten, traten hier als Kellner auf, sein Sohn, Olivier de Funès („Fantômas se déchaine“) schliesslich, spielte einen Küchenjungen.

Die Filmmusik schrieb Jean Marion (“ Les Mystères de Paris“), Raymond Lemoigne („Fantômas se déchaine“) führte die Kamera, indess Gilbert Natot („Quatre jours à Paris“) für Schnitt und Montage verantwortlich war.

Die Dreharbeiten fanden zum grössten Teil in Paris statt, das, noch heute existierende, Restaurant „Ledoyen“ diente hierbei als Aussenkulisse wie auch für einzelne Innenaufnahmen.
Des weiteren wurde in den Savoyer Alpen und im Val-d’Isère gedreht.

Fazit:
Mitte der sechziger Jahre war Louis de Funès ein so populärer Kinostar in Frankreich geworden, dass er es sich erlauben konnte, aktiv an seinen Filmen mitzuarbeiten.
Bei „Le Grand Restaurant“ überlegte er sich daher ernsthaft, gleich auch Regie zu führen; er fühlte sich jedoch noch nicht reif dazu, sodass Jacques Besnard zum Zuge kam.

Es wäre wahrscheinlich besser gekommen, wenn de Funès seinen ursprünglichen Plan in Tat umgesetzt hätte, denn was uns Besnard hier serviert ist eher fade Kost.
Die Story ist eher simpel, dennoch lässt sich einiges an Potential erahnen, was insbesonders die Szenen im ersten Teil, sprich im Restaurant, beweisen.
Ohnehin ist es die erste Hälfte, die an Gags und Witzen – die klar de Funès zuzuschreiben sind – nur so sprüht, während im zweiten Teil die Action Überhand nimmt.

Der maue Versuch das Rezept der „Fantômas“-Reihe zu übernehmen, will nicht gelingen, und weder Spannung noch Witz kommen in diesen, eher langatmig wirkenden, Sequenzen auf.

Darstellerisch wird der Film ganz klar von Louis de Funès getragen, der hier zwar nicht sein besten Auftritt präsentiert, allerdings Alles aus den Gags herausholt.
Neben ihm verkommen seine Co-Stars zu Beigemüse, und selbst Bernard Blier, der als Kommisar zu überzeugen weiss (dieselbe Rolle sollte er später in „Jo“ wiederaufnehmen) und einen interessanten Gegenpol zu de Funès bietet, vermag diesem kaum das Wasser zu reichen.

„Le Grand Restaurant“ ist insgesamt gesehen eher einer der schwächeren de Funès-Filme, mit einer faden Story und uninspirierendem Schlussteil, vermag aber durch die kultigen Restaurantszenen und den Witz seines Hauptdarstellers zu punkten.

3 von 5 Kartoffel-Soufflés mit MUSKATNUSS

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