Le Corniaud

LE CORNIAUDRegisseur Gérard Oury und Erfolgsproduzent Robert Dorfmann gelang es 1965 in der Urlaubskomödie „Le Corniaud“ zwei der populärsten französischen Komiker zu casten; der bereits äusserst populäre Bourvil und der am Beginn seiner Karriere stehende Louis de Funès.
Der Film war zudem  die allererste von mehreren, äusserst erfolgreichen Zusammenarbeiten zwischen Regisseur Oury und
Louis de Funès.

Uraufführung: 24.3.1965
Regie: Gérard Oury
Darsteller: Bourvil, Louis de Funès, Alida Chelli, Venantino Venantini, u.a…

Story:
Antoine Maréchal (Bourvil) freut sich bereits auf seinen Italienurlaub, als  der Geschäftsmann Léopold Saroyan (Louis de Funès) ihm seinen ohnehin schon klapprigen Citroën zu Schrott fährt.
Saroyan zeigt sich jedoch grosszügig, und offeriert Maréchal ein Flugticket nach Neapel – vorausgesetzt er überführt ihm seinen Cadillac von Italien nach Frankreich.

Schiesskräftige Argumente...

Schiesskräftige Argumente…

Der gutgläubige Junggeselle willigt ein, nichtsahnend, dass der Wagen voller Schmuggelgut steckt.
Saroyan seinerseits traut ihm dennoch nicht, und verfolgt ihn heimlich.
Und so beginnt eine turbulente Reise quer durch Italien, die verfeindete Schmugglerclans, eifersüchtige Liebhaber und freizügige Anhalterinen auf den Plan ruft.

Voyage à deux...

Voyage à deux…

Trivia:
1964 riet Louis de Funès seinem guten Freund, dem Regisseur Gérard Oury („L’As des as“), der bislang (eher erfolglos) Krimis drehte, sich doch einmal im komischen Fach zu versuchen.
Gesagt, getan; gemeinsam mit Marcel Jullian („Le Cerveau“) schrieb er das Drehbuch zur Komödie „Le Corinaud“.
Das Projekt unterstand Erfolgsproduzent Robert Dorfmann („Papillon“).

Bourvil, Louis de Funès und Alida Chelli (v.l.n.r.)

Bourvil, Louis de Funès und Alida Chelli (v.l.n.r.)

Die Hauptrollen bot er de Funès und dem zu diesem Zeitpunkt weitaus populäreren Komiker Bourvil  an.
Es war die insgesamt vierte Zusammenkunft der Beiden seit „La traversée de Paris“
Weitere Darsteller waren der Italiener Venantino Venantini („Le grand Restaurant“) als Mafioso Mickey „la souris“, seine Landsfrau Alida Chelli („They’re a Weird Mob“) in der Rolle der Maniküre Gina und die Jugoslavin Beba Loncar („Freddy und das Lied der Prärie“) als deutsche Autostopperin Ursula.

Das Komikerduo Guy Grosso und Michel Modo, das mit de Funès schon in zahlreichen Filmen vor der Kamera stand, nicht zuletzt den „Gendarme“-Streifen gab hier zwei Polizisten.

Henri Decaë („Le Samouraï“), der langjährige Kameramann Jean-Pierre Melville’s übernahm die Kameraführung, den Schnitt indess Albert Jurgenson („Le Gendarme a New York“), der hier erstmals mit seinem späteren Stammregisseur Oury zusammenspannte.
Der Sounttrack des Filmes schrieb der Komponist Georges Delerue („Platoon“)

Frankreich und Italien dienten als Aussenkulissen, so etwa in den Städten Paris, Rom, Bordeaux, Neapel, Pisa und Carcassonne; die Franstudios in Saint-Maurice, unweit von Paris, für Innenaufnahmen.

Als „Le Corniaud“ 1965 anlief, brachte er alle Rekorde und wurde mit mehr als 11 Millionen Zuschauer zur erfolgreichsten französischen Produktion des Jahres.
Selbst eine US-Adaption mit  Dean Martin und Jack Lemmon war geplant, jedoch wollten Produzent Dorfmann und Regisseur Oury die Filmrechte nicht verkaufen.

Fazit:
„Le Corinaud“, das ist ein Film der Gegensätze.
Italien und Frankreich, Ente und Cadillac, der kleine Urlauber und der dicke Schmugglerboss.
Der grösste und wichtigste dieser Gegensätze, ist klar derjenige zwischen den Komikern Louis de Funès und Bourvil, der eine am Anfang seiner Karriere, der andere ein Star.
Hier der kaum zähmbare, geifernde von unglaublicher Mimik und Gestik bestimmte Funès, dort der ruhige, warmherzig und feinfülig agierende Bourvil.

Es ist gerade dieser Kontrast von dem der Film lebt und der ihn belebt.
Den Bourvil und de Funès ergänzen sich perfekt, und während Louis ein selten diabolisches Auftreten an den Tag legt – über welches man zwar schadenfreudig schmunzelt – so hofft man doch, dass er auf die Nase fliegt.
Bourvil hingegen, weiss die Sympathien und Gunst der Zuschauer stets auf seiner Seite und man leidet mit ihm wenn er an der holden Weiblichkeit scheitert, und drückt ihm die Daumen.

Schauspielerisch legen beide grösstes Können an den Tag.
De Funès glänzt mit Wortschwallen, Grimassen und physischer Präsenz (Unvergessen etwa die Szene in der in einer Tour de Force zu Rossini seinen wagen „repariert“ – Remisenzen an Chaplin inklussive…), Bourvil hingegen geht suptiler vor, gibt den naiven und gutherzigen Typen, der durch Verschmitztheit und Charme punktet.

Nebst seinen vorzüglichen Darstellern präsentiert Regisseur Oury eine ebenso turbulente, wie witzige und wendungsreiche Story.
Der Film bewegt sich zwischen unterhaltsamem Roadmovie, schlitzohriger Komödie, leichtfüssigem Urlaubsspass und rasantem Gangsterfilm.

Technisch ist der Film absolut gelungen, herauszustreichen  sind vorallem die schön fotografierten Bilder von Henri Decaë, die direkt Lust auf den nächsten Italienurlaub machen.

„Le Corniaud“ ist eine unterhaltsame, leichtfüssige und ebenso turbulente Komödie, und einer der besseren Louis de Funès-Filme.
Erstmals kommt hier das Gespann de Funès, Oury und Bourvil zum Tragen.
Gerade das indirekte Gegenspiel zwischen den beiden Komiker, die absolut unterschiedlich auftreten, und sich gerade dadurch wunderbar ergänzen, fruchtet bestens und belebt den Film ungemein.
Man merkt dass Louis de Funès stets dann, wenn er ebenbürtige Partner zur Seite hatte zu Höchstformen aufläuft.

4,5 von 5 Auto-Telefone

4.5

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