La Grande Vadrouille

affiche-la-grande-vadrouille-1966-2„Le Corniaud“ mit Louis de Funès und Bourvil war der französische Kinoerfolg des Jahres 1965.
Im Folgejahr spannte das Trio Oury-de Funès-Bourvil daher bei „La Grande Vadrouille“ erneut zusammen.
Die Weltkriegskomödie, die von drei britischen zeigte die beiden Komiker erneut in Paraderollen, und avancierte zum erfolgreichsten Kinofilm Frankreichs.
Erst „Bienvenue chez les Ch’tis“ konnte den Film 2008 vom Thron stossen.

Uraufführung: 1.12.1966
Regie: Gérard Oury
Darsteller: Louis de Funès, Bourvil, Terry-Thomas, Marie Dubois, u.a…

Story:
1941, mitten im Zweiten Weltkrieg müssen drei Royal Air Force – Piloten notlanden, und das ausgerechnet über dem von den Nazis besetzten Paris.
Während Peter Cunningham (Claudio Brook) beim ebenso gutmütigen wie tolpatschigen Malermeister Bouvet (Bourvil) Unterschlupf findet, landet sein Kollege Alan Mac Intosh (Mike Marshall) aussgerechnet auf dem Dach der Pariser Oper und gerät an den ebenso eingebildeten wie schlitzohrigen Dirigenten Stanislas Lefort (Louis de Funès).

Two for Tea

Two for Tea

Gemeinsam mit den beiden unterschiedlichen Franzosen machen sich die Piloten auf, ihren Kommandanten Sir Reginald Brook, alias „Big Moustache“ (Terry-Thomas) zu finden, um unbeheligt ausser Landes zu kommen.
Allerdings ist ihnen der Nazi-Major Achbach (Benno Sterzenbach) bereits auf den Fersen.
Eine turbulente Reise quer durch Frankreich beginnt.

Quax der Flakschütze

Quax der Flakschütze

Trivia:
Am Set von „Le Corniaud“ entwickelte Regisseur Gérard Oury gemeinsam mit den beiden Hauptdarstellern, Louis de Funès und Bourvil die Idee zu einer Weltkriegs-Komödie: „La Grande Vadrouille“ war geboren.

Regisseur Gérard Oury (r.) mit seinen Hauptdarstellern

Regisseur Gérard Oury (r.) mit seinen Hauptdarstellern

Gemeinsam mit seiner Tochter Danièle Thompson („La Boum“) und
Marcel Jullian, der bereits an „Le Corniaud“ mitwirkte, schrieb Oury das Drehbuch.
Bourvil und Louis de Funès spielten erneut die beiden Hauptrollen; es war das fünfte, und letzte, Aufeinandertreffen der beiden Darsteller.
Der britische Komiker Terry-Thomas („Those Magnificent Men In Their Flying Machines“), der Mexikaner Claudio Brook („Viva Maria !“) und der Franko-Amerikaner Mike Marshall („Paris brûle-t-il?“) gaben die drei Bruchpiloten.

Die Deutschen Benno Sterzenbach („Der Rächer“) und Sieghardt Rupp („Unter Geiern“) spielten Major Achbach und dessen Untergebener, Lt. Stürmer, Marie Dubois („Jules et Jim“) verkörperte die Puppenspielerin Juliette, und Andréa Parisy („Le Petit Baigneur“) die Nonne Marie-Odile.
Michel Modo  und Guy Grosso, die seit „Le Gendarme de Saint-Tropez“ zum Stammcast, nahezu jedes de Funès-Filmes gehörten, hatten auch hier wieder zwei Nebenrollen, als schielender Wehrmachtssoldat und als Musiker, inne.

Gedreht wurde hauptsächlich an „Originalschauplätzen“ in Paris, im Burgund, an der französisch-schweizerischen Grenze und den in den Boulogne-Billancourt-Studios ausserhalb von Paris.

Claude Renoir („The Spy Who Loved Me“), Urenkel des Malers  Auguste Renoir, wirkte als Kameraoperateur, Albert Jurgenson („Le Corniaud“) der Stammcutter Oury’s, als Schnittmeister, und Georges Auric („Bonjour Tristesse“) wurde mit dem Komponieren der Filmmusik betraut.
Daneben wurden Teile aus Klassischen Kompositionen, so etwa aus Hector Berlioz‚ „La Damnation de Faust“ verwendet.
Louis de Funès nahm für die eine Szene, in der er ein Orchester dirigiert, eigens Unterricht bei einem echten Kapellmeister.

Der Film wurde erneut von Robert Dorfmann, der bereits „Le Corniaud“ herausbrachte, produziert.
Um die, für die damalige Zeit, immens hohen Produktionskosten von 14 Millionen Francs zusammenzukriegen, startete Dorfmann eine Art Crowdfunding bei dem ihm der Verband der französischen Kinobesitzer finanziell unterstützte.

Der Einsatz sollte sich lohnen, „La Grande Vadrouille“ brach alle Rekorde, und war mit 17 Millionen Besuchern, bis in die 90er der erfolgreichste Film Frankreichs.

Fazit:
Nach „Le Corniaud“ versuchte dasselbe Team von Filmemachern und Darstellern, diesen zu toppen; mit grossem Erfolg.
Denn Regisseur Oury setzt voll und ganz auf die Bewährte Rezeptur von kurzweiliger Story, solider Machart und vorallem dem Spiel des Duos de Funès/ Bourvil, und triumphiert dadurch auf ganzer Linie.

Die Handlung des Filmes ist ebenso unterhaltsam wie kurzweilig, wartet mit zahlreichen Irrungen und Wirrungen, aber auch konstant hohem Tempo, auf, und bietet dabei ebenso spritzigen wie fein pointierten Humor.
Bourvil und Louis de Funès ergänzen sich wiederum perfekt, und spielten sie in „Le Corniaud“ noch hauptsächlich parallel, so treffen sie hier ganz direkt aufeinander.

Bourvil gibt wiederum den liebeswerten Naivling, dem Oury sogar eine Romanze andichtet, de Funès glänzt als herrlich unsympatischer und aufgeblasener Wichtigtuer.
Die beiden Charaktere – beide herrvorragend verkörpert – sind derart unterschhiedlich, dass es beim Aufeinandertreffen zu Spannungen kommen muss, welche das Script gekonnt auszunutzen weiss.

Zu den beiden stösst noch der britische Komiker Terry-Thomas, der hier zwar nicht ganz an die ihrige Klasse heranreicht, dennoch eine ganz gute Figur abgibt, und Benno Sterzenbach, der den ebenso fiesen wie dämlichen Filmschurken auf herrlich witzige Art zu verkörpern weiss.

Die Machart des Streifens ist erste Sahne, die Ausstattung ist gelungen, die Bildgestaltung Renoirs gefällt, und Oury inszeniert wahnwitzige und temporeiche Actionszenen.

„La Grande Vadrouille“ schafft es das, ohnehin schon hohe, Niveau von „Le Corniaud“ noch zu topen.
Gérard Oury bietet einen rundum gelungenen Film dem es an nichts mangelt; solider Machart, guter Story und vorallem zwei tollen Hauptdarstellern, Louis de Funès und Bourvil, die sich erstklassigst ergänzen.

5 von 5 Taktstöcken

5

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