Fantômas Contre Scotland-Yard

fantomas contre scottland yardMit „Fantômas Contre Scotland-Yard“ präsentierte Regisseur André Hunebelle den dritten, und letzten Teil der „Fantômas“-Reihe.
Der Film feierte weltweit Premiere, auch am Filmfestival von Moskau – mit durchschlagendem Erfolg.
Damit schuf sich Louis de Funès über Nacht eine komplette Fangemeinde jenseits des Eisernen Vorhanges – und das mitten im Kalten Krieg.

Uraufführung:
16.3.1967
Regie: André Hunebelle
Darsteller: Louis de Funès, Jean Marais,  Mylène Demongeot, Françoise Christophe, u.a…

Story:
Der Superschurke Fantômas (Jean Marais/Stimme: Raymond Pellegrin) ist immer noch auf freiem Fuss, und hält die Welt mit seinen Teufeleien in Atem.
Seine neueste Masche ist es, Superreiche zu erpressen; so auch den schottischen Lord Mac Rashley (Jean-Roger Caussimon).

Das Spukschloss in den Highlands

Das Spukschloss in den Highlands

Dieser wendet sich jedoch an die grössten Feinde des Erzverbrechers, Inspektor Juve (Louis de Funès), den Journalisten Fandor (Jean Marais) und die Fotografin Hélène (Mylène Demongeot), lädt diese auf sein Castle ein, und hofft dadurch, Fantômas eine Falle stellen zu können.
Doch dieser hat den Braten längst gerochen, und dreht das Spiel kurzerhand um.

Der Maskenmann

Der Maskenmann

Trivia:
Kaum erschien lief der zweite Teil der Fantômas-Reihe „Fantômas se déchaine“ in den Kinos an, begann Regisseur André Hunebelle bereits mit den Vorbereitung zu dessen Fortsetzung.

Nebst Louis de Funès als Inspektor Juve und Jean Marais in der Doppelrolle des Fantômas und Fandor, trat ein Grossteil des Hauptcasts der ersten zwei Filme auch hier wieder auf.
So etwa Mylène Demongeot als Hélène und Jacques Dynam als Polizeinspektor Bertrand.
Raymond Pellegrin lieh Fantômas erneut seine Stimme.

Jean-Roger Caussimon („Im Stahlnetz des Dr. Mabuse,“) gab Lord Edward Mac Rashley, Françoise Christophe („Borsalino“) dessen Ehefrau Lady Dorothée Mac Rashley, und Henri Serre („Jules et Jim“) verkörperte den zwielichtigen Sekretär André.

Komponist Michel Magne

Komponist Michel Magne

Während Michel Magne zum dritten Mal in Folge die Musik schrieb, kehrte Marcel Grignon zum zweiten Mal auf den Posten des Kameramannes, den er schon bei „Fantômas“ innehatte, zurück, und Pierre Gilette („Le clan des Siciliens“) übernahm den Filmschnitt.

Auch wenn der Film zu einem grossteil in Schottland spielt, so entstanden nur wenige Aussenaufnahmen in der Nähe von Glasgow.
Das im Film vorkommende Castle war in Realität das französische Château de Roquetaillade, weitere Drehorte waren der Wald von Fontainebleau, Paris und die Studios de Boulogne.

„Fantômas Contre Scotland“ wurde 1967 an den Moskauern Filmfestspielen gezeigt, wo er auf grosses Echo stiess.
Daher überlegte man sich kurzzeitig einen vierten Film, „Fantômas à Moscou“ zu drehen.

Fazit:
Der dritte Teil der „Fantômas“-Trilogie ist mit Abstand der schwächste.
Waren die ersten beiden Filme noch wirkliche Actionkomödien in bester Eurospy-Manier, so wirkt dieser Film wie eine Gruselgeschichte irgendwo zwischen Agatha Christie und Edgar Wallace.
Die Titelgebende Figur des Fantômas taucht kaum auf, und auch ansonsten hat Jean Marais wenig zu tun, hat man doch auch den ebenfalls von ihm verkörperten Journalisten Fandor auf ein Minimum reduziert.

Somit bleibt der Film eigentlich ein reiner Louis de Funès-Streifen.
Tatsächlich spielt dieser in gewohnt, herrlich üerdrehter, Form und hat die Lacher auf seiner Seite.
Der Film hangelt sich von Auftritt zu Auftritt de Funès‘, hat dazwischen aber wenig zu bieten und degradiert sämtliche Nebendarsteller zu besseren Statisten und Stichwortgebern.

Die Story wirkt zudem absolut lustlos und unspektakulär, und einzig de Funès – der allerdings auch weit von seiner besten Form agiert – bringt Farbe in das Ganze.
Action, wie in den Vorgängern, ist hier kaum auszumachen, die Spannung bleibt vollends auf der Strecke, und der Film wirkt insgesammt recht Kammerspielhaft.
Erst gegen Schluss hin präsentiert die Handlung einige witzige Twists, die jedoch zu spät kommen, die angerichtete Bescherung noch zu retten.

Es verwundert kaum, dass nach einer solch komprimierten Lust- und Einfallslosigkeit, die Regisseur Hunebelle mit „Fantômas Contre Scotland-Yard“ unter Beweis stellt, das Interesse, sowohl beim Publikum wie auch bei den Darstellern schwand, einen weiteren Teil zu drehen.

3 von 5 schottischen Hausgeistern

3

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