Le Tatoué

LE TATOUEJean Gabin und Louis de Funès gehören zu den grössten französischen Kinostars und sind bis heute Legenden des französischen Filmes geblieben.
In „Le Tatoué“ von 1968 treffen die beiden ungleichen Stars aufeinander; de Funès als schlitzohriger Kunsthändler, Gabin als kauziger Ex-Fremdenlegionär.
Doch so gut die zwei auch im Film agieren;- hinter der Kamera sollen sie sich nicht sehr gut vertragen haben.

Uraufführung: 18.9.1968
Regie: Denys de La Patellière
Darsteller: Jean Gabin, Louis de Funès, Dominique Davray, Paul Mercey, u.a…

Story:
Per Zufall macht der gewiefte Pariser Kunsthändler Mézeray (Louis de Funès) beim Maler Dubois (Henri Virlojeux) einen Sensationsfund.
Auf dem Rücken des älteren Monsieur Legrain (Jean Gabin), der dem Künstler Model sitzt, befindet sich eine Tätowierung die der legendärre Amedeo Modigliani persönlich gestochen hat.

Da staunt der Laie...

Da staunt der Laie…

Mézeray setzt nun alles daran, dieses Kunstwerk zu erwerben; doch der altgedientte Fremdenlegionär Legrain denkt nicht daran, seine Haut zu verkaufen.
Erst als ihm der Kunsthändler anbietet im Gegenzug sein Landsitz zu renovieren, willigt er in den Handel ein.
Allerdings ohne zu erwähnen, dass es sich bei ebendiesem Landsitz um ein altes, halb verfallenes Schloss handelt.

Da wird der Marsch geblasen

Da wird der Marsch geblasen

Trivia:
Basierend auf dem Buch „Gégène le tatoué“ des Schriftstellers Alphonse Boudard, erarbeitet der Regisseur Denys de La Patellière („Du rififi à Paname“) die Vorlage zu einer Filmkomödie.
Drehbuchautor Pascal Jardin („La Zizanie“) wurde im Lauf der Produktion hinzugezogen.

Für die Hauptrollen castet er Jean Gabin, mit dem er immer mal wieder zusammenarbeitete, und den Komiker Louis de Funès, die bereits in drei Filmen gemeinsam vor der Kamera standen, so zum Beispiel in „La traversée de Paris“.
Paul Mercey
(„La Grande Vadrouille“) wurde als Bauherr Maurice Pellot gecastet, die beiden Amerikaner Jo Warfield („Hard Target“) und Donald von Kurtz spielten die beiden Kunstmäzene Larsen und Smith, der Senegalese Ibrahim Seck („On l’appelle catastrophe“) den Butler,- und Dominique Davray („Les Grandes Vacances“) de Funès Ehefrau.

Denys de La Patellière (l.) mit den beiden Hauptdarstellern

Denys de La Patellière (l.) mit den beiden Hauptdarstellern

Georges Garvarentz („Quicker Than The Eye“) wurde mit der Komposition der Filmmusik betraut, Sacha Vierny („Belle de jour“) führte die Kamera und Claude Durand („Cent mille dollars au soleil“) schnitt den Film.

Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich im Périgord statt, genauer im Château de Paluel in Saint-Vincent-le-Paluel.
Daneben dienten Paris und die Boulogne-Billancourt-Studios in Boulogne als weitere Drehorte.
Die Stimmung am Set zwischen den beiden Hauptdarstellern war alles andere als rosig, und sie gingen sich abseits der Dreharbeiten, so gut es ging, aus dem Weg.

Fazit:
In „Le Tatoué“ treffen mit Gabin und de Funès zwei Giganten des französischen Films aufeinander.
Und auch wenn sie sich privat nicht sonders gut vertrugen, im Film ist von dieser Spannung nichts zu sehen.
Im Gegenteil, die beiden agieren derart gegensätzlich, dass sie sich bereits wieder ergänzen.

Während Louis de Funès den hinterlistigen, geldgierigen übernervösen Kunsthändler in gewohnt atemberaubend hohem Tempo spielt, gibt Jean Gabin, ganz im Gegensatz dazu, den ebenso knorrigen wie kauzigen Ex-Militaristen, der frühmorgens vor der Tricolore spalier steht, im ruhiger, fast schon stotischer Art.

Diese schauspielerische Interaktion steht ganz klar im Zentrum des Filmes, der plotmässig durchaus gewisse Tiefen aufzuweisen hat – insbesonders im Schlussteil -, über weite Strecken jedoch nicht allzu viel inhaltliche Ansprüche stellt.
Dies soll nicht heissen, dass der Plot partout schlecht sei; nein, nur ist halt die Grundstory relativ simpel gestrickt und lebt vorallem von der Situationskomik, den Runing-Gags und eben dem Zwiespiel der beiden Protagonisten.
Doch gerade in Sachen Dialogen kann das Script wieder punkten, und zeugt von grossem Können.

Auch in Sachen Inszenierung liefert La Patellière und seine Crew solide Arbeit.
Das Tempo bleibt angenehm hoch, Georges Garvarentz‘ jazziger Soundtrack gefällt und Sacha Vierny bietet einige erstklassige Bilder.

Eine, zugegebenermassen, einfache aber ebenso unterhaltsame Komödie, die in allerersten Linie von der Interaktion der beiden Hauptdarsteller, des knorrig dragonischen Jean Gabin und des überdreht geifernden Louis de Funès; lebt.

3,5 von 5 mittelalterlichen Kellerverliessen

3.5

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