L’Homme orchestre

l homme orchestre„L’Homme orchestre“ lautet der Titel eines Stummfilmes des legendären französischen Kinopioniers Georges Méliès aus dem Jahre 1900.

70 Jahre später sollte ein nicht minder legendärerer Landsmann Méliès in einem Film gleichen Namens auftreten: Louis de Funès.
Unter Serge Korber und an Seite seines Sohnes Olivier spielte er in diesem Film den Leiter einer Tanztruppe, der mit seinen Tänzerinen und seinem Neffen so einige Probleme hat.

Uraufführung: 18.9.1970
Regie: Serge Korber
Darsteller: Louis de Funès, Olivier de Funès, Noëlle Adam, Paul Préboist, u.a…

Story:
Evan Evans (Louis de Funès) ist der Intendant einer erfolgreichen Mädchen-Tanztruppe, die quer durch Europa tourt.
Diese führt er mit harter Hand und fast schon diktatorischer Art; Liebesbeziehungen sind untersagt und ein strenger Diätplan an der Tagesordnung.

Dancing Star

Dancing Star

Evans‘ Konzept gerät jedoch völlig aus den Fugen, als eines Tages ein Baby auftaucht.
Der Vater des Kleinen ist schnell ausgemacht; es ist Phillipe (Olivier de Funès), Evans‘ Neffe, der die Truppe als Musiker begleitet.
Doch welches der Mädchen ist die Mutter?

Die lieben Kleinen...

Die lieben Kleinen…

Trivia:
1969 trat der junge Regisseur Serge Korber („Sur un arbre perché“) an Louis de Funès („La Grande Vadrouille“) mit einer Hauptrolle in einer Komödie heran; „L’Homme Orchestre“.
Das Drehbuch hierzu hatte Korber gemeinsam mit Jean Halain („Fantômas“), nach Motiven der Kurzgeschichte „Papillons de Paris, pas de deux“ von Géza von Radványi, verfasst.

De Funès willigte ein, die Rolle des Evan Evans zu spielen.
Sein Sohn, Olivier („Fantômas se dechaine“), spielte dessen Film-Neffen Philippe, Noëlle Adam mit der de Funès bereits in „Ni vu… ni connu…“ vor der Kamera stand gab die Tänzerin Françoise und Paul Préboist („Le Grand Restaurant“) den römischen Hoteldirektor.

Gedreht wurde hauptsächlich in Nizza und Rom.
Die Anfangsszene entstand im, in den Seealpen gelegenen, Dorf Peille, und Innenszenen in den Filmstudios von Billancourt.
Als Kameramann wurde der renomierte Jean Rabier („Les Parapluies de Cherbourg“) engagiert, während das Ehepaar Robert und Monique Isnardon („Oscar“) Schnitt und Montage betraute.
Der renomierte Filmkomponist François de Roubaix („Le Samuraï“) schrieb den Score und die Lieder, während Jean Halain und Remo Forlani („Tintin et les Oranges bleues“) die Songtexte beisteuerten.

Komponist François de Roubaix im Musikstudio

Komponist François de Roubaix im Musikstudio

Fazit:
Die Filme Louis de Funès überzeugen in den allerseltensten Fällen durch Storytiefe oder inhaltlichen Anspruch; dennoch nimmt „L’Homme orchestre“ einen Spitzenplatz in Sachen Inhaltslosigkeit ein.
Von einer eigentlichen Handlung ist kaum zu sprechen, vielmehr hangelt sich der Film von Höhepunkt zu Höhepunkt, ohne dabei einen wirklich durchgängigen oder gar abgeschlossenen Plot vorzuweisen.

Schauspielerisch beschränkt sich dieser Film, mehr noch als andere de Funès-Streifen auf seinen Hauptdarsteller.
Doch dieser, das muss gesagt werden, bietet wieder einmal erstklassige Komik und überzeugt mit Spielwitz und urkomischer Mimik.
Nur schon die Szene in der er die Fabel vom Wolf und dem Lamm von La Fontâine zum Besten gibt, ist zum Schiessen komisch.

Doch kommen wir zum Herzstück, und dem grossen Pluspunkt in dieser ansonsten unterdurchschnittlichen Zotte; der Musik.
Da wäre einerseits die Filmmusik von de Roubaix, die einfach erste Klasse ist, andererseits die Performance de Funès‘ selbst.
Hier kann der ehemalige Pianist, sein musikalisches Talent voll und ganz unter Beweis stellen; sei es nun als Tänzer, oder aber als Sänger.
Das Duett „Les Poupons“ mit Sohn Olivier gehört zu den grossen Momenten des Filmes und ist eine Perle für Fans des kleinen Franzosen.

Technisch kann der Film voralllem in den, gut choreographierten, Tanzszenen punkten, die von Jean Rabier vortrefflichst festgehalten werden.
Der renomierte Rabier stellt ein weiteres Mal sein grosses Können unter Beweis, und dass er nicht umsonst auch Meister der satten Farben genannnt wird.

„L’Homme orchestre“ ist alles andere als eine gelungene Komödie.
Der ganze Humor beschränkt sich voll und ganz auf die Person Louis de Funès‘, welcher allerdings, für seinen Teil, nichts anbrennen lässt.
Herausragend ist in diesem Film vorallem die Musik und die Inszenierung der Tanzszenen.

3,5 von 5 Tanzschritten

3.5

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