Planet Of The Apes

planet_of_the_apesNachdem ich die letzten Tage die beiden Sequels zur „Planet Of The Apes“-Reihe besprochen habe, fand ich, es sei an der Zeit, mal wieder einen Blick auf das Original von Franklin J. Schaffner aus dem Jahre 1968, und mit Charlton Heston in der Hauptrolle, zu werfen.
Der Film, der auf der Story des Franzosen Pierre Boulle basiert, gehört  zu den Klassikern der Filmgeschichte, und läutete die Ära des sozio-kritischen Sci-Fiction-Filmes ein („2001: A Space Odyssey“, „THX 1138″…) ein.

Uraufführung: 8.2.1968
Regie: Franklin J. Schaffner
Darsteller: Charlton Heston, Maurice Evans, Kim Hunter, Roddy McDowall, u.a…

Story:
1972 verlässt der Astronaut George Taylor (Charlton Heston) mit seinem Raumschiff die Erde mittels Lichtgeschwindigkeit.
Nach einem Kälteschlaf erwachen er und seine Crew im Jahre 3978 wieder, just als ihre Raumkapsel über einem, ihnen unbekannten Planeten abstürzt.
Bald stossen sie auf eine Horde, primitiv wirkender, Menschen, die sich auf der Flucht befinden; vor berittenen Affen.

Wer hat die Kokossnuss geklaut?

Wer hat die Kokossnuss geklaut?

Auch Taylor gerät in Gefangenschaft und erkennt bald, dass die Affen hochentwickelt sind, und die Menschen wie Tiere in Käfigen halten.
Er selbst wird Untersuchungsgegenstand der beiden Wissenschaftler Zira (Kim Hunter) und Cornelius (Roddy McDowall).
Bald schon lenkt er auch das Aufsehen Dr. Zaius (Maurice Evans), des Wissenschaftsministers des Planeten auf sich, kann er doch sprechen und steht, im Gegensatz zu den andern Menschen, den Affen geistig in nichts nach.
Doch Zaius fürchtet, dass Taylor Dinge herausfinden könnte, die er selbst lieber im Dunkeln belassen würde…

Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen...

Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen…

Trivia:
1963 ersteigerte der Filmproduzent Arthur P. Jacobs („Play It Again, Sam“) die Rechte am, noch unveröffentlichten, Roman „La planète des singes“ des Franzosen Pierre Boulle („The Bridge On The River Kwai“).
Er klopfte mit dem Stoff bei mehreren Studios an, ehe der „20th Century Fox“-Vize Richard D. Zanuck („Driving Miss Daisy“) einer Produktion zustimmte.
TV-Autor und „The Twilight Zone“-Schöpfer Rod Serling schrieb ein erstes Drehbuch, später wurde noch Michael Wilson („Border Patrol „) hinzugezogen.
Franklin J. Schaffner („Patton“) wurde mit der Regie betraut.

Der damalige Star des Monumentalfilms, Charlton Heston („Ben-Hur“), wurde für den Hauptpart des Astronauten Taylor gecastet,
Kim Hunter („A Streetcar Named Desire“) spielte die Schimpansin Zira und der Brite Roddy McDowall („Cleopatra“) deren Kollege Cornelius.
Die Rolle des Dr. Zaius sollte ursprünglich Edward G. Robinson besetzen, der auch mehrere Testaufnahmen machte; allerdings war ihm die mehrstündige Prozedur des Maskenauflegens zu anstrengend und er verliess das Projekt.
So kam der Engländer Maurice Evans („Rosemary’s Baby“) zum Zuge.

Für den Part der Menschenfrau Nova, waren unter anderem Ursula Andress und Raquel Welch im Gespräch; schliesslich verkörperte Linda Harrison („Cocoon“), die Freundin Richard D. Zanuck’s,  die Rolle.
Lou Wagner („Airport“) gab Zira’s Neffe Lucius, James Whitmore („The Asphalt Jungle“) den Präsidenten des Affengerichts und Norman Burton („Diamonds Are Forever“) spielte den Anführer der Affen-Jäger.
Maskenbildner John Chambers („Blade Runner“) war für das Make-Up und die Masken der „Affen“ verantwortlich.

Franklin J. Schaffner (R.) am Set

Franklin J. Schaffner (r.) am Set

1967 begannen die Dreharbeiten in Arizona im Gebiet des Grand Canyon, weitere Szenen entstanden auf der Fox Ranch unweit Los Angeles und am Strand von Malibu.
Die beiden Oscarpreisträger Leon Shamroy („Cleopatra“) und Hugh S. Fowler („Patton“) zeigten sich für die Kamera beziehungsweise den Filmschnitt verantwortlich.
Der, später ebenfalls Oscarprämierte Jerry Goldsmith („The Omen“), der des öfteren mit Regisseur Schaffner zusammenspannte, schrieb die Filmmusik.
Der Soundtrack entstand dabei au äusserst interessante Art und Weise; nicht nur benutzte Goldsmith technische Hilfsmittel wie Rückkoppelung, sowie so ungewöhnliche Perkussionsinstrumente wie Salatschüsseln und die brasillianische Reibetrommel Cuíca; auch trugen er und die Orchestermusiker während den Aufnahmen Affenmasken.

Der Film war in 1969 in den Kategorien Kostüm und Musik für den Oscar nominiert, ging jedoch beide Male leer aus.
Allerdings gewann John Chambers einen Spezialpreis für das beste Make-Up (die offizielle Kategorie wurde erst 1981 geschaffen)

Jerry Goldsmith beim Einspielen des Score

Jerry Goldsmith beim Einspielen des Score

Fazit:
„Planet Of The Apes“ ist ein Klassiker und Meilenstein des Sci-Fiction-Films, aber auch der Filmgeschichte als solches.
Denn, obschon das Genre seit 1968 gewaltige Sprünge gemacht hat (man denke nur an „Star Wars“ oder „Alien“) so kann man diesen Film wahrlich als einen Eckstein im modernen Science-Fiction-Kino bezeichnen.

Dabei wirkt der Film Grundsätzlich mehr wie ein Adventure-Film, was wohl auch nicht zuletzt der Crew, die zum Teil aus der Monumentalstreifen-Ecke kam, und Franklin J. Schaffner, der als Meister des Cinemascorpe galt, zuzuschreiben.
Es geht über eine halbe Stunde, ehe man den ersten Affen zu Gesicht kriegt; doch in dieser Zeit baut der Film seine Spannung suggsessive auf; auch dank den grossartigen Bildern die Kameramann Shamroy  im Grand Canyon einfängt.

Doch bereits hier ist die Sozialkritik, welche die Handlung durchzieht, deutlich zu spüren.
Noch stärker wird diese spürbar, als es zum Kontakt Mensch-Affe kommt.
Der Affenstaat als solches ist eine offene Kritik an der Gesellschaft der späten 60er (in Zeiten der 68er-Proteste hochaktuell) und karrikiert diese dabei gekonnt.
Dies ist zwar ansich nichts Neues, warf ja bereits „Metropolois“ die Urmutter des SciFi-Filmes sozialkritische Fragen auf, allerdings ist man hier einen Schritt weiter gegangen, und nutzt den Weltraum und fern gelegene Welten als offenes soziales Ventil.

Darstellerisch kann in diesem Film insbesonders Charlton Heston überzeugen.
Bei den den Affendarstellern kann vorallem Kim Hunter punkten, die trotz Maske eine gewisse Nähe aufkommen, und Charaktertiefe erkennen lässt.
Maurice Evans gibt einen interessanten Antagonisten ab – in der Figur des Gnostikers schimmert wieder grosse Sozialkritik durch.

Insgesamt gelingt es Regisseur Schaffner eine durchs Band unbehagende Stimmung zu erschaffen und eine Art dürstere Zukunftsvision zu projizieren.
Die grösste Unterstützung bietet ihm dabei sicherlich Komponist Goldsmith, der mit seinen diskrepanten Tönen die Grundstimmung des Filmes nicht bloss unterstreicht; nei, diese gar aktiv fördert.

Ich kann mich nur wiederholen, und mein Eingangs abgegebenes Votum nochmals darlegen: „Planet Of The Apes“ ist ein Klassiker der auch nach über 45 Jahren noch gefällt.
Dies liegt, nicht zuletzt, daran, dass Regisseur Schaffner nicht bloss ein Weltraumabenteuer erzählt, sondern dies als düstere Zukunftsvision mit starken gesellschaftskritischem Unterton inszeniert.

5 von 5 dreckigen, stinkenden, Affen

5

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