La Zizanie

LA ZIZANIENach dem Louis de Funès in Claude Zidis „L’Aile ou la Cuisse“ sein Kino-Comeback gab; und dies erst noch unter grösstem Beifall der Zuschauer und Kritiker, wollten er und Zidi diesen Coup mit einem neuen Film wiederholen.
Der besagte Film war „La Zizanie“.
Leider wollte der Streifen nicht so recht an die Qualitäten des Vorgängerfilmes herankommen…

Uraufführung: 24.3.1978
Regie: Claude Zidi
Darsteller: Louis de Funès, Annie Girardot, Julien Guiomar, Mario David, u.a…

Story:
Guillaume Daubray-Lacaze (Louis de Funès) ist Bürgermeister eines kleine Dörfchen in der französischen Provinz.
Hauptsächlich ist er jedoch Erfinder, und als solcher äusserst geschäftstüchtig.
Soeben hat er einer japanischen Firma 3000 Stück seiner neuesten Erfindung; des CX‑22, eines Rauchvernichters, verkauft.
Allerdings merkt er bald, dass seine Werkstatt zu klein für die Grossproduktion ist, und für eine Fabrikhalle fehlt ihm Geld und Land.

While they were sleeping

While they were sleeping

So verwandelt er kurzerhand sein Haus in eine Fabrik, und bald schon steht im Wohnzimmer ein Fliessband und im Schlafzimmer wird im Stundentakt geschweisst und gelötet.
Als Gulliaume auch den Wintergarten, das Heilligtum seiner naturliebenden Frau Bernadette (Annie Girardot), als Produktionsstätte opfert, erklärt diese ihm offen den Krieg.
Nicht nur verlässt sie das Haus, auch kandidiert sie für den Sitz des Bürgermeisters, und greift damit ihren Mann frontal an.

One Second Photo

One Second Photo

Trivia:
Der Erfolg den Regisseur Claude Zidi und Hauptdarsteller Louis de Funès mit „L’Aile ou la Cuisse“ erzielen konnten, sowie die gute Freundschaft die sich zwischen den beiden entwickelte, trug zur Entscheidung bei, einen weiteren gemeinsamen Film zu drehen.

So präsentiert Zidi, de Funès 1977 das von ihm und Pascal Jardin („Le Tatoué“) verfasste Drehbuch zu „La Zizanie“.
Während de Funès die Hauptrolle des Erfinders Guillaume übernimmt, spielt Annie Girardot („Maigret tend un piège“), die beinhahe in „Sur un arbre perché“ an de Funès Seite agiert hätte, dessen Frau Bernadette.
Julien Guiomar, der bereits in „L’Aile ou la Cuisse“ mitwirkte, spielte Doktor Landry, Maurice Risch („Le Dernier Métro“) gab Gulliaume’s Handlanger und Mario David („Oscar“) und Ibrahim Seck („Le tatoué“) verkörperten zwei Fabrikarbeiter.

Bei den Dreharbeiten, die in den Studios von Billancourt stattfanden, setzte Zidi auf das bewährte Team mit Welchem er „L’Aile ou la Cuisse“ realisiert hatte.
Vladimir Cosma schrieb erneut die Filmmusik, Robert und Monique Isnardon betrauten den Filmschnitt, und Claude Renoir führte die Kamera.
Unterstützt wurde Renoir dabei vom, später preisgekrönten, Portugiesen Eduardo Serra („Girl with the Pearl Earring“).

Obschon die Dreharbeiten reibungslos verliefen, drohte das Projekt kurz vor der Premiere zu Scheitern.
Denn der Filmproduzent Jean-Pierre Mocky („Le miraculé“), warf dem Film vor, die Handlung wäre ein Plagiat seines eigenen Drebuches „Le Boucan“, und schaltete kurzerhand die französische Staatsanwaltschaft ein.
Allerdings blitzte er mit seiner Klage ab, und „La Zizanie“ konnte ungehindert gezeigt werden.

Louis de Funès und Vladmir Cosma

Louis de Funès und Komponist Vladmir Cosma

Fazit:
Mit „L’Aile ou la Cuisse“ schuf das Zweigespann Zidi/de Funès eine der besten Französischen Komödien ab.
„La Zizanie“ steht nun ganz im Schatten dieses Filmes, und somit in der Bringschuld einer weiteren grossen Posse.
Doch man ist meilenweit von der Qualität eines „L’Aile“ entfernt.

Denn „La Zizanie“ kann in keiner Weise an die Qualitäten des Vorgängers anknüpfen.
Die Story ist eher simpel gehalten und erinnert in ihrem Aufbau eher an einen Theaterschwank, denn grosses Kino.
Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Einfach- und Befangenheit der Sets, sowie der Konzentration der schauspielerischen Qualität auf Louis de Funès und Annie Girardot.

Während de Funès in der Rolle des kontrollsüchtigen Patrons voll und ganz in seinem Element ist; wenngleich auch ruhiger agierend als etwa noch in „Oscar“, gibt Annie Girardot sein perfektes Pendant.
Wurde de Funès von Claude Gensac als Partnerin stets hervorragend ergäntzt, so spielt Girardot viel mehr ein weibliches Gegenstück, dass ihm in Sachen Komik und „aus-der-Haut-fahren in nichts nachsteht.
Damit tritt sie indirekt in die Fusstapfen Bourvil’s, Michel Galabru’s und Coluche’s.

Der aus dem Spiel der Beiden entstehende, titelgebende, Streit stellt das zentrsale Element des Filmes dar, und die Zwei geben sich dabei keine Blösse.
Jedoch fehlt es dem Film an Zutun, und abgesehen von den Hauptdarstellern und diesem Storyelement bietet der Film wenig interessantes.
Der, wie gesagt simplen, Story fehlt es an Witz und nötigen Schwung; und auch wenn einzelne Themen wie die Umweltproblematik und der Politzirkus angeschnitten, und saitirisch behandelt werden, fehlt es dem Film an Tiefe, und er bleibt ungemein banal.

„La Zizanie“ ist im Grunde eine eher flache Komödie, die wenig Story und Gags zu bieten hat, gerade aber durch den, titelgebenden, Zwietracht – herrlich dargebracht durch Louis de Funès und Annie Girardot – einigermassen versöhnlich stimmt.
Dem Vergleich zum direkten Vorgänger „L’Aile ou la Cuisse“ hält der Streifen keinen Moment stand.

3,5 von 5 Blauplänen des CX‑22

3.5

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