La Soupe aux Choux

LA SOUPE AUX CHOUXIn seinem zweitletzten Film, „La Soupe aux Choux“, bei dem Jean Girault Regie führte, spielt Louis de Funès einen alten Bauern, der Besuch von einem Ausserirdischen erhält.
An seiner Seite agieren Jean Carmet und Jacques Villeret.
Die Rolle ist, für De Funès-Verhältnisse ungewöhnlich ruhig ausgelegt, und der Film überzeugt auch mehr durch seine leise, feinfühlige Art, denn den wilden Klamauk früherer Louis de Funès-Streifen.

Uraufführung: 2.12.1981
Regie: Jean Girault
Darsteller: Louis de Funès, Jean Carmet, Christine Dejoux, Jacques Villeret, u.a…

Story:
Der Bauer Claude (Louis de Funès), und sein Nachbar Francis (Jean Carmet) den alles nur „Le Bombe“ nennt, wohnen auf ihren Höfen, weit abgelegen in der Französischen Provinz.
Ihre Tage verbringen die beiten alten Sonderlinge mit dem Trinken von Rotwein, Pernod und dem Essen von reichlich Kohlsuppe.
Diese führt bei den beiden zu enormen Blähungen, die bis in den Kosmos zu hören sind.

Die Zwei

Die Zwei

So staunt Claude nicht schlecht, als eines Abends eine fliegende Untertasse auf seinem Acker landet, und ihr ein Ausserirdischer (Jacques Villeret) entsteigt.
Dieser kommt vom Planeten Oxa und wurde, eben durch die enormen Blähungen der Beiden angelockt.
Als ihm Claude ein Teller Kohlsuppe anbietet, ist der Erdenbesucher sofort begeistert…

"... nach Hause telefonieren"

„… nach Hause telefonieren“

Trivia:
Das Drehbuch zu „La Soupe aux Choux“ schrieb Jean Halain („Fantômas“) nach dem gleichnamigen, 1980 erschienenen Romans von René Fallet.
Die Regie übernahm Jean Girault, Regisseur der „Gendarme“-Filme während Louis de Funès („Le Gendarme de Saint-Tropez“) den Bauer Claude spielte, und Jean Carmet („Le Grand Blond avec une chaussure noire“)  dessen Nachbar und Freund, Francis.
Es war dies bereits die 14. filmische Zusammenarbeit der beiden,
Allerdings agierten sie in den vorhergegangenen Filmen meist nur in kleinen Rollen und in den seltensten Fällen gemeinsam vor der Kamera.

Jacques Villeret („Le dîner de cons“) spielte den Ausserirdischen, Christine Dejoux („Un moment d’égarement“) Francine, die Frau Claude’s, und Marco Perrin („Buffet froid“) gab den Bürgermeister.
De Funès Lieblingsschauspielerin Claude Gensac („Jo“) verkörperte die „Verrückte“, Amélie; allerdings hatten sie und de Funès hier keinen gemeinsamen Auftritt.

Bei der Crew setzte Regisseur Girault auf ein bewährtes Team, mit dem er bereits den letzten de Funès-Film, „L’Avare“ realisierte.
Während Edmond Richard so erneut die Kameraarbeit übernahm, schnitt Michel Lewin den Film, und Raymond Lefèvre schrieb den Soundtrack.
Gedreht wurde in den Dörfern Jaligny-sur-Besbre, in der Auvergne, und im, nahe Paris gelegenen, Champeaux.
Für die Spezialeffekte waren Guy Delécluse („Superman“) und Serge Pouvianne („Moonraker“) verantwortlich.

Während den Dreharbeiten

Während den Dreharbeiten

Fazit:
In „La Soupe aux Choux“ erlebt man Louis de Funès in einer seiner ungewöhnlichsten und wohl differenziertesten Rollen.
Ohnehin ist der Film als solches eher ein atypischer De Funès-Streifen, der ungewohnt leise Töne anschlägt.

Bereits die Grundthematik, das Alter und damit verbundene Vereinsamung – mehr Motiv einer Tragödie – erlaubt keinen extrovertierten Humor, sondern bedarf einer feinerer Partitur.
Dieser bedient sich Regisseur Jean Girault vortrefflich und schafft einen warmherzigen Film mit augenzwinkerndem Witz, der vorallem von den Beziehungen der Protagonisten untereinander lebt.

Louis de Funès der, wie erwähnt, ungleich ruhig und feinfühlig agiert, und damit eine ganz neue, ungekannte Seite seines Könnens aufzeigt kriegt mit Jean Carmet und Jacques Villeret zwei erstklassige Partner zur Seite gestellt.
De Funès und Carmet ergänzen sich bestens als knorrzige, verschrobene Bauern, lassen jedoch die tiefe Freundschaft zwischen den Figuren spüren; und Villeret spielt den über-förmlich agierenden Alien auf herrlich witzige Art.

Insgesamt gelingt es Jean Girault eine leise, fast schon melancholische Stimmung zu erzielen, ohne dabei auf Humor und Witz zu verzichten.

Technisch kann der Film überzeugen, die Spezialeffekte sind gelungen die Kameraarbeit überzeugt, und Raymond Lefèvre präsentiert den wohl besten Score seiner Karriere, der mit seinen elektronischen Klängen, entfernt an einen Jean Michel Jarre erinnert.

Der zweitletzte Film de Funès ist eine Art Vor-Abschied, in dem der Hauptdarsteller mit einer feinfühligen, eher ruhigen, aber nicht minder witzigen Rolle aufwartet.
Die Handlung selbst wirkt ungemein melancholisch und feinfühlig, schafft es dennoch den nötigen Humor aufzubringen.

5 von 5 Tellern – na was wohl? – Kohlsuppe

5

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