Lucy

lucy-posterIn „Lucy“ dem neusten Film des französischen Starregisseurs Luc Besson,  wird die Theorie aufgestellt, der moderne Mensch nutze nur gerade 10% seiner Hirnkapazität.
Die namensgebende Titelheldin des Filmes,  Lucy, dargestellt von Scarlett Johansson, übertrifft diese Marke, dank Einnahme einer neuartigen, bewusstseinserweiternden  Droge bei weitem und erreicht nahezu 100% Hirnleistung.

Klingt absurd?
Hier meine Review zu Besson’s neuestem Streich:

Uraufführung: 25.7.2014
Regie: Luc Besson
Darsteller: Scarlett Johansson, Morgan Freeman, Choi Min-Msik, Amr Waked, u.a…

Story:
Die Amerikanerin Lucy (Scarlett Johansson) soll in Taipei, Taiwan, einen Koffer übergeben.
Unverhofft gerät sie mitten in den Drogenring des übellaunigen Mr. Jang (Choi Min-Msik), und muss fortan als Kurierin für Diesen agieren.
Soll heissen; in ihren Bauch wurde ein Päckchen einer neuen Designerdroge verpflanzt, und sie soll diesen nun über die Grenze bringen.

Silberfäden weich durchziehen...

Silberfäden weich durchziehen…

Unterwegs platzt der Beutel jedoch, und die Droge, die die Hirntätigkeit anregt, fliesst in Lucy’s Blutbahn.
So beginnen sich zunächst ihre geistige Fähigkeiten markant zu steigern, später ist es ihr ohne weiteres möglich, Grundgesetzen der Physik zu trotzen.
Um Klarheit zu bekommen, kontakiert sie den Neurologen Professor Norman (Morgan Freeman), der sich seit Jahren mit den, ungenutzten, Fähigkeiten des Hirns befasst.

Gangs of Taipeh

Gangs of Taipeh

Trivia:
Nachdem der französische Regisseur Luc Besson („Léon“), James Cameron’s „Avatar“ gesehen hatte, wuchs in ihm der Wunsch, 13 Jahre nach „The Fifth Element“ erneut einen eigenen Sci-Fi-Film zu drehen.
Während den Dreharbeiten zu „Malavita – The Family“ schrieb Besson sodann das Drehbuch zu „Lucy“.

Zunächst hiess es, Angelina Jolie solle die Hauptrolle übernehmen.
Nachdem man sich mit ihr jedoch nicht einig wurde, rückte Scarlett Johansson („Don Jon“) nach.
Auf Vorschlag seiner Frau und Mitproduzentin, Virginie Silla („The Lady“) castete Besson, Morgan Freeman („Transcendence“) für den Part des Professor Norman.
Der Südkoreaner Choi Min-Msik („Oldboy“) gab den Schurken, Mr. Jang, und der Ägypter Amr Waked („Syriana“) spielte den Interpol-Polizisten Pierre Del Rio.

Julian Rhind-Tutt („Tomorrow Never Dies“) verkörperte Mr.Jang’s Assistenten, der Däne Pilou Asbæk („Kapringen“), Richard, den Freund Lucy’s, und Analeigh Tipton („Crazy, Stupid, Love“) ihre Kollegin Caroline.

Gedreht wurde in Paris – unter anderem in Gebäuden der Sorbonne – in Besson’s Studiokomplex „Cité du cinéma“, den Kreidefelsen von Étretat und in Taipei.
Besson setzte dabei bei der Crew auf vertraute Gesichter.
So führte sein Stammkameramann Thierry Arbogast („Nikita“) die Kamera und sein langjähriger Komponist Éric Serra („GoldenEye“) schrieb erneut den Soundtrack.
Die Visuellen Effekte wurden von „Industrial Light & Magic“ und unter der Ägide des Oscarpreisträgers Nicholas Brooks („What Dreams May Come“) kreiert.
„Lucy“ erwies sich mit über 30 Millionen Euro als kostspieligster Film Besson’s und dessen Produktionsfirma „EuropaCorp“.

Luc Besson an der Kamera

Luc Besson an der Kamera

Fazit:
Luc Besson der einen Sci-Fiction-Film realisiert; in der Hauptrolle eine toughe Killerin.
Unwillkürlich werden da Erinnerungen an „The Fifth Element“ und „Nikita“ wach.
Als i-Tüpfelchen noch Scarlett Johansson in der Hauptrolle; dieser Film kann nur gut werden – so dachte ich mir.
Nun; „Lucy“ erreicht nicht das Niveau der beiden Erstgenannten Filme, und auch Johansson liefert nicht gerade eine Bestleistung ab; aber alles schön der Reihe nach.

Zunächst wäre da mal die Story.
Gut; Besson ist nicht der Typ, der tiefe, dialoggeschwängerte Drehbücher auftischt,
und seine Filme setzen stets mehr auf optische Werte, denn auf Inhalte.
Sympathischerweise machte Besson nie einen Hehl daraus; und so reiht sich auch „Lucy“ in diese Reihe von Filmen, die schlicht unterhalten wollen, ein.
Den Logikschalter sollte man also ausschalten, ehe man sich auf „Lucy“ einlässt.

Dass darin jedoch wieder jede Menge Pseudo-Wissenschaft, die, dargebracht von Morgan Freeman, an die Theorien der Forscher in den 50ies-Science Fiction-Streifen eines Jack Arnold’s erinnern.
Freeman, dessen einzige Aufgabe, so scheint es, darin besteht dies Pseudo-Theorien runterzuspulen und auf jede Frage – wie es sich für einen Gelehrten gehört – die richtige Antwort zu wissen, wirkt mit der Rolle leicht unterfordert, macht jedoch böse Mine zum guten Spiel.

Ähnlich ergeht es Scarlett Johansson, die zwar einiges Engagement aufkommen lässt und die Rolle der toughen Kämpferin nicht schlecht meistert, jedoch gegen Schwächen im Plot und Dialog ankämpft, und meilenweit von einer Anne Parillaud („Nikita“) entfernt ist.
Der einzige der seine Rolle mühelos ausfüllt, ist Choi Min-Msik, der einen herrlich bösen Drogenboss gibt; auch ohne grosse Dialoge (oder vielleicht gerade desswegen 😉 )

In Sachen Drehbuch und Schauspiel kann „Lucy nicht gerade punkten, dafür liegt die Stärke des Filmes ganz klar in seiner Machart.
Denn, Besson, erklärter Fan frankobelgischer Sci-Fi-Comics, liefert erneut einen vorallem bildstarken Film.
Kameramann Arbogast brilliert ein weiteres Mal mit starken Aufnahmen, und Besson selbst läst uns an seinem schrägen Humor teilhaben, wenn er, kurz vor dem Höhepunkt der Spannung die Aufnahme einer Maus vor einer Mausefalle einfügt.
Eric Serra seinerseits, untermalt das ganze mal wieder mit starken elektronischen Klängen, die das Geschehen bestens untermalen.

„Lucy“ ist ein Film wie ein völlig überrissener Sci-Fi-Comic, in dem die Realität zweitrangig wird und der dafür völlig neue, jeder wissenschaftlichen Erklärung, trotzende Theorien aufstelllt.
Wer sich darauf einlässt, und allfällige dramaturgische und schauspielerische Qualitätsansprüche zurückschraubt, wird mit einem Film belohnt, dessen Stärken ganz klar im visuellen Bereich liegen, und der schlicht 2 Stunden gute Unterhaltung bietet.

3,5 von 5 Prozent Hirnleistung

3.5

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