Escape From New York

escape-from-new-yorkZum Auftakt meines James Cameron-Special die Review zu „Escape From New York“ aus dem Jahre 1981.
„Hä??“ werden da wohl einige ausrufen;  „der ist doch von John Carpenter!“
Richtig!
Allerdings wirkte der junge James Cameron in der
Special Effect-Crew des Filmes mit,
und ich fand, dieses Special böte just eine gute Gelegenheit, den Actionklassiker mit Kurt Russell  Lee Van Cleef und Donald Plaesence zu reviewen.
Lest selber:

Uraufführung: 10.7.1981
Regie: John Carpenter
Darsteller: Kurt Russell, Lee Van Cleef, Donald Plaesence, Isaac Hayes, u.a…

Story:
New York im Jahre 1997.
Da die Kriminalität in den USA seit den 1980er Jahren rapide angestiegen ist, hat man beschlossen, kurzerhand ganz Manhatten in eine einzige riesige Gefängnisstadt zu verwandeln, in der die Gefangenen weitestgehend sich selbst überlassen sind.

"Call me snake"

„Call me snake“

Als jedoch eines Tages die Air Force One, mit dem US-Präsidenten (Donald Plaesence) an Bord, über New York abstürzt, und dieser in die Gewalt der Sträflinge gelangt, entscheidet sich der Polizeichef Bob Hauk (Lee Van Cleef) zu einem ungewöhnlichen Schritt.
Er sendet den Ex-Offizier und Gefangenen, Snake Plissken (Kurt Russell), undercover in den Big Apple…

"Hello there, children!"

„Hello there, children!“

Trivia:
Bereits 1976 schrieb Regisseur John Carpenter („Big Trouble in Little China“) ein erstes Drehbuch zu „Escape from New York“, welches aber, aufgrund mangelnder Produktionsinteressen, in der Schublade verschwand.
Erst nachdem ihm Produzentin Debra Hill („The Fog“) und „Avco Embassy Pictures“, nach dem Erfolg seines Filmes „Halloween“ einen mehrere Filme umfassenden Vertrag anboten, kam das Projekt erneut zur Sprache.

Für die Rolle des Snake Plissken wollten die Produzenten den Western-Star Charles Bronson.
Carpenter bestand jedoch darauf, den Part Kurt Russell („Death Proof“) spielen zu lassen.
Italo-Western-Veteran Lee Van Cleef („Per qualche dollaro in più“) spielte den Polizeichef Hauk, Donald Pleasence („You Only Live Twice“), der bereits mit Carpenter zusammengearbeitet hatte, wurde als US-Präsident gecastet, und der Oscarpreisträger Ernest Borgnine („Marty“) gab den Taxifahrer Cabbie.

Der, ebenfalls Oscarprämierte, Musiker Isaac Hayes („Shaft“) gab den „Duke“,
Harry Dean Stanton („Seven Psychopaths“)“Brain“, indess John Carpenters damalige Ehefrau, Adrienne Barbeau („The Fog“), die Rolle der Maggie spielte.

Auch wenn der Film in New York spielte, so entstanden nur wenige Aufnahmen tatsächlich dort.
Der grösste Teil des Filmes wurde in  East St. Louis, im Bundesstaat Illinois, gedreht.
Dean Cundey („Back to the Future“) wirkte als Kameramann, Todd Ramsay („Star Trek: The Motion Picture“) übernahm den Schnitt, während John Carpenter selbst, gemeinsam mit Alan Howarth („Halloween“) die Filmmusik schrieb.

Für das Production Design zeichnete sich Joe Alves („Close Encounters of the Third Kind“) verantwortlich, während der spätere Regisseur und Oscarpreisträger James Cameron („Avatar“) als Effektkünstler am Film mitarbeitete.

John Carpenter und Lee Van Cleef (v.l.n.r.) während den Dreharbeiten

John Carpenter und Lee Van Cleef (v.l.n.r.) während den Dreharbeiten

Fazit:
John Carpenter der ja nicht zuletzt durch seine Horrorfilme „Halloween“ und „The Fog“ bekannt geworden war, inszeniert mit „Escape from New York“ eine Mischung aus düsterer Science-Fiction Dystopie und 80ies-Action, die auch noch 30 Jahre später gefällt.

Entworfen wird als Rahmenhandlung ein düsteres Zukunftsbild, in dem ein mächtiger Polizeiapparat regiert.
Daneben zieht Carpender eine One Man – Actionshow im klassischen 80ies-Stil auf, die durch Spannung und kantige, kurz gehaltene, Dialoge brilliert.

Kurt Russell passt wie die Faust aufs (eine) Auge in die Rolle des abgebrühten Outlaws Plissken, und nicht ohne Grund erinnert seine Figur an einen gewissen, mit Poncho bedeckten Westernhelden…
Ohnehin hat Carpenter’s Film viel von einem dreckigen Rachewestern a l’italiana.
Da machte es natürlich Sinn, als zweite Hauptrolle keinen geringeren als Lee Van Cleef zu casten.
Dieser wirkt mal wieder arschcool, und bis zum Schluss weiss man nie so recht woran man an seiner Figur ist.

Auch der Rest des Casts ist sehr gut gewählt.
Harry Dean Stanton spielt mal wieder eine, für ihn typischen Charakter-Figur, Isaac Hayes wirkt zwar völlig überzeichnet als protziger „Duke“, doch die Filmhandlung verträgt dies sehr gut; und Ernest Borgnine und Donald Pleasence tragen zum Humor des, ansonsten eher düster gehaltenen, Filmes bei.

Damit kommen wir zum Stil des Filmes.
Dieser ist absolut minimalistisch gehalten, was aber der Stimmung der Story sehr zugute kommt.
Ohnehin trägt düstere Look des Filmes, aber auch die langsamen Kamerafahrten und das entschleunigte Tempo (eine Seltenheit im Action-Genre),die Spannung sowie der atmosphärische Score zum Gelingen des Filmes bei.

Da sieht man gerne auch über allfällige Logiklöcher, und sträflichst ungenutzte Nebenfiguren hinweg; auch da Carpenter es noch schafft, ein wenig unterschwellige Kritik an die US-Politik in den Film zu packen, und ein ebenso zynisches wie cooles Ende inszeniert.

Mit „Escape From New York“ legt uns Horrorikone John Carpenter eine düstere Zukunftsversion, gespickt mit bester 80er Action und minimalistisch, stimmigem Look, vor.

4,5 von 5 Schlangen-Tattoos

4.5

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